Wenn Sie auf FINANZCHECK.de weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Bonitätsprüfung einfach erklärt

Ablauf, Zweck und Inhalt einer Bonitätsprüfung

  • 100% kostenlos
  • 1 Million Kunden
  • 99,5% positive Bewertungen
TÜV Saarland: Geprüftes Online-Portal
NTV Vergleichsrechner Siegel 2019
 Placeholder Seal

Bonitätsprüfung

Von einer Bonitätsprüfung ist in der Regel die Rede, wenn ein Unternehmen vor Vertragsschluss die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers überprüfen lassen möchte. Wie genau die Bonitätsprüfung abläuft, wer sie durchführt und was es rund um das Thema Bonitätsprüfung zu beachten gibt, zeigt FINANZCHECK.de.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Bonitätsauskunft kann von Unternehmen oder Vermietern verlangt werden.
  • Auskunft über die Bonität geben die SCHUFA sowie andere Auskunfteien.
  • Verbraucher können mehrmals jährlich eine Selbstauskunft kostenlos einholen.

Was bedeutet Bonität?

Laut Definition meint Bonität die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens und trifft eine Aussage über die wirtschaftliche Fähigkeit sowie den Willen, Schulden zurückzuzahlen. Die Kreditwürdigkeit oder Bonität einer Person setzt sich dabei aus zwei Elementen zusammen: Der Rückzahlungsfähigkeit aufgrund wirtschaftlicher Verhältnisse (z.B. Einkommen) und der personenabhängigen Kreditwürdigkeit. Die personenabhängige Kreditwürdigkeit meint den Willen, finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Die Bonitätsüberprüfung als Kreditwürdigkeits-Check

gluehbirneDie Überprüfung ist meist für beide Vertragsparteien hilfreich. Bahnt sich zwischen zwei Parteien ein Vertragsschluss an, kann die Überprüfung der Kreditwürdigkeit des Gegenübers von Interesse sein. Schließlich möchte der Vertragspartner in vielen Fällen schon vor Vertragsabschluss wissen, ob sein Gegenüber zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wird.

Durch die Bonitätsprüfung lässt sich in dieser Situation eine Einschätzung des zukünftigen Zahlungsverhaltens treffen – und auch der Vertragsschluss mit einem nicht kreditwürdigen Vertragspartner vermeiden. Unter Umständen erspart das beiden Parteien Zahlungsausfälle, Zusatzkosten und eine ärgerliche Auseinandersetzung.

Wann darf eine Bonitätsprüfung durchgeführt werden?

Vor dem Abschluss eines Vertrages wird eine Überprüfung der Bonität vorausgesetzt.

Eine Bonitätsprüfung wird und darf nur dann durchgeführt werden, wenn eine Vertragspartei durch den Vertragsschluss tatsächlich ein finanzielles Risiko eingeht und ein berechtigtes Interesse an der Überprüfung der Kreditwürdigkeit hat. Nur dann, wenn ein Unternehmen bei einem Vertragsschluss in Vorleistung geht, wird prinzipiell eine Prüfung der Bonität vorausgesetzt. Das ist etwa der Fall, wenn ein Kredit vergeben oder Waren auf Rechnung eingekauft werden.

Darüber hinaus kann die Bonitätsprüfung durch ein Unternehmen auch dann zulässig sein, wenn ihr der Verbraucher zugestimmt hat. Beim Abschluss von Online-Verträgen wird die Zustimmung oft durch Bestätigen der SCHUFA-Klauseln erteilt.

Wie lange dauert eine Bonitätsprüfung?

Wird ein Bonitäts-Check elektronisch von einem Unternehmen durchgeführt, dauert die Abfrage bei den Wirtschaftsauskunfteien in der Regel nur wenige Sekunden.

papierflugzeugMöchte der Verbraucher hingegen eine kostenfreie Selbstauskunft einholen - auf die gemäß Art. 15 Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein Anspruch besteht -, nimmt das mehr Zeit in Anspruch. Üblicherweise erhält er eine Selbstauskunft der Wirtschaftsauskunfteien Infoscore oder SCHUFA innerhalb von bis zu vier Wochen.

Entscheidet sich der Verbraucher allerdings für die kostenpflichtige Variante der Bonitätsprüfung, erhält er sein Ergebnis schon nach wenigen Tagen.

Wie wird die Bonität berechnet?

Um die Bonität zu prüfen werden Daten herangezogen, die bei Wirtschaftsauskunfteien bezüglich einer bestimmten Person hinterlegt worden sind. Neben Name, Anschrift, Geschlecht und Alter wird insbesondere das Zahlungsverhalten der Person in der Vergangenheit analysiert.

Hierfür werden verschiedene Daten herangezogen, die der Wirtschaftsauskunftei von anderen Unternehmen, mit denen bereits Vertragsbeziehungen bestehen oder bestanden haben, vorliegen. Unter anderem unter Berücksichtigung des Zahlungsverhaltens in der Vergangenheit wird dann für jeden Schuldner ein bestimmtes Rating bzw. ein Score ermittelt. Dieser Wert gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit der Person.

Wer führt die Prüfung durch?

Prinzipiell werden Bonitätsprüfungen von Unternehmen vor Abschluss eines Vertrags durchgeführt. Hierzu werden zum einen eigene Daten (sofern vorher bereits eine Vertragsbeziehung bestand) ausgewertet. Zum anderen wird aber auch auf die Daten externen Wirtschaftsauskunfteien zurückgegriffen.

Wer verlangt eine Bonitätsprüfung?

Prinzipiell kann jeder Vertragspartner, der durch einen Vertragsabschluss in Vorleistung tritt, ein berechtigtes Interesse an einem Bonitätscheck haben. Insbesondere bei Banken oder Onlinehändlern ist eine Bonitätsprüfung darum üblich.

Darüber hinaus ist es nicht ungewöhnlich, dass Vermieter vor Abschluss eines Mietvertrages mit potentiellen Mietern deren Bonität prüfen möchten und eine Bonitätsauskunft verlangen.

Kostenlose Bonitätsprüfung: Wie geht das?

Seit 2018 macht es die Datenschutz-Grundverordnung Verbrauchern möglich, die eigene Bonitätsauskunft mehrfach pro Jahr kostenfrei anzufordern. Zuvor war das nur einmal pro Jahr möglich. Unklar bleibt jedoch, wie oft genau eine kostenfreie Selbstauskunft möglich sein soll. Auch die neue Datenschutz-Grundverordnung erlaubt die kostenlose Abfrage nämlich nur “in angemessenen Abständen”. Was dabei jedoch als unangemessen angesehen wird, bleibt unklar.

Nichtsdestotrotz kann eine kostenlose Selbstauskunft von Verbrauchern direkt bei den entsprechenden Wirtschaftsauskunfteien (z.B. Creditreform, SCHUFA, Crif Bürgel) eingeholt werden. Das ist in der Regel unproblematisch über die entsprechenden Unternehmenswebseiten möglich.

Sollte sich beim Prüfen der eigenen Bonität herausstellen, dass die gespeicherten Daten unrichtig sind, besteht gemäß Art. 16 DSGVO ein Anspruch auf Berichtigung.

So wird die Bonität bestimmt: die Merkmale

Die eigene Bonität zu prüfen macht viele Verbraucher nervös – das gilt selbst dann, wenn sie ihren Zahlungsverpflichtungen stets pünktlich nachgekommen sind. Die Angst vor bösen Überraschungen hat dabei insbesondere damit zutun, dass die Kriterien zur Bestimmung der Bonität vielen unklar sind. Die meisten Verbraucher wissen schlichtweg nicht, welche Kriterien eine „gute“ oder „schlechte“ Bonität hervorrufen.

Prinzipiell werden bei natürlichen Personen folgende Kriterien zur Bonitätsbewertung herangezogen:

  • bisherige Abwicklung von Krediten
  • Einkommen
  • Ausgaben und Schulden (bestehende Kredite, Miete, etc.)
  • eventuell vorhandenes Vermögen
  • Güterstand

Positive Bonitätsmerkmale

Eine Bonitätsauskunft beinhaltet nicht ausschließlich Negativmerkmale. Vielmehr gibt sie auch Auskunft über Positivmerkmale, welche die Bonität der betreffenden Person verbessern.

plusPositivmerkmale machen bei den meisten Verbrauchern einen Großteil ihrer Bonitätsauskunft aus und erhöhen die Chancen auf einen Kredit oder einen sonstigen Vertragsschluss. Sie umfassen insbesondere positive oder auch neutrale Zahlungsvorgänge und -erfahrungen, die der Betreffende in der Vergangenheit mit anderen Unternehmen gemacht hat.

Insbesondere werden als Positivmerkmal aufgelistet:

  • Eröffnung von Konten
  • Kreditaufnahme
  • vollständige Kreditrückzahlung
  • Beantragung von Kreditkarten
  • Ratenkäufe
  • Abschluss von Mobilfunkverträgen

Solange sie Bestand haben, bleiben positive Bonitätsmerkmale im Rahmen der Bonitätsauskunft einsehbar. Das bedeutet: Während der Laufzeit wird ein bestehender Kredit dort aufgeführt. Erst nach Beendigung eines Vertrages bzw. nach Ende der Kreditlaufzeit wird die entsprechende Information gelöscht.

Die Frist zur Löschung positiver Einträge beträgt bei Kreditinformationen sowie Informationen zu Kreditkartenkonten regelmäßig drei Jahre ab Rückzahlung bzw. Auflösung. Einträge zu Girokonten oder Verträgen mit Telekommunikationsunternehmen werden hingegen sofort nach der Vertragsauflösung gelöscht.

Negative Bonitätsmerkmale

minusNegativmerkmale sind Einträge, die die Kreditwürdigkeit senken und so die Chancen auf einen Vertragsabschluss verschlechtern. Negativmerkmale beziehen sich dabei insbesondere auf nicht vertragsgemäßes Verhalten des Schuldners und werden in weiche, mittlere sowie harte Negativmerkmale unterteilt.

Je nach Art des Negativmerkmals wird die Bonität unterschiedlich stark beeinflusst. Außerdem unterliegen Negativmerkmale, je nach „Stärke“, unterschiedlichen Löschfristen.

Harte Negativmerkmale

Merkmal Frist zur Löschung
Insolvenzverfahren 6 Jahre
Restschuldbefreiung nach Insolvenzverfahren spätestens nach 10 Jahren
eidesstattliche Versicherung oder Haftandrohung
zwecks Abgabe der eidesstattlichen Versicherung
3 Jahre

Mittlere Negativmerkmale

Merkmal Frist zur Löschung
Vollstreckungsbescheid spätestens nach 3 Jahren
Mahnbescheid spätestens nach 3 Jahren
Zwangsvollstreckung spätestens nach 3 Jahren

Weiche Negativmerkmale

Merkmal Frist zur Löschung
fällige Forderung trotz Mahnung nicht beglichen spätestens nach 3 Jahren
Inkassoverfahren spätestens nach 3 Jahren
Kontomissbrauch trotz Nutzungsverbot spätestens nach 3 Jahren

Wie hängen Bonitätsprüfung und Kreditvergabe zusammen?

Führt eine Bank vor der Kreditvergabe eine Bonitätsprüfung durch, kann sie so das Risiko des Vertrags abschätzen. Allerdings zieht die Bank den Bonitätscheck nicht nur heran, um die Kreditvergabe zu gestatten oder abzulehnen. Vielmehr hat das Ergebnis der Bonitätsprüfung auch Einfluss auf die Kreditkonditionen. Je höher die Bank nämlich das Ausfallrisiko einschätzt, desto schlechter sind auch die Kreditkonditionen, die sie dem Kreditnehmer anbietet.

Kurz: Je besser die Bonität, desto niedriger ist der angebotene Zinssatz.

Gründe einer schlechten Bonität

Wird eine Kreditanfrage abgelehnt, sind unbezahlte Rechnungen, zu viele Kreditanfragen und eine entsprechend negative Bonität oft Grund dafür. Gelegentlich kann es aber auch vorkommen, dass der Schuldner gar nichts für seinen negativen Score kann:

Neben zu vielen gestellten Kreditanfragen, zu hohen monatlichen Ausgaben, schlechter Zahlungsmoral (unpünktliche Zahlungen) oder zu vielen parallel laufenden Krediten können nämlich auch fehlerhafte Daten Grund für eine schlechte Bonität sein.

Sinnvoll ist es darum, die eigenen Bonitätsdaten mit Hilfe einer kostenlosen Selbstauskunft regelmäßig zu prüfen. Eventuelle Fehler lassen sich dann zeitnah feststellen und korrigieren.

Was ist der Bonitätsscore und was sagt er aus?

Der Bonitätsscore wird ermittelt, um die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zahlungsausfälle zu bestimmen. Es handelt sich also um einen Prognosewert, der, je höher er ist, für eine hohe Wahrscheinlichkeit von (Kredit-)Rückzahlungen steht. Insbesondere bei der Vergabe von Krediten hat der Score der Bonität eine hohe Bedeutung. Je höher er ist, desto bessere Kreditkonditionen sind zu erwarten.

Die verschiedenen Wirtschaftsauskunfteien berechnen ihre Scorewerte allerdings auf unterschiedliche Weise. Teilweise werden anhand vorliegender Daten auch Ratings erstellt oder eine Risikoquote errechnet, um die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls darzustellen. Der Bonitätsscore einer Person muss darum bei den verschiedenen Auskunfteien nicht identisch sein.

Welcher Scorewert für ein bestimmtes Geschäft erforderlich ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Nicht nur können Unternehmen selbst festlegen, welchen Score sie für ein Geschäft voraussetzen. Auch können sie ganz individuell darüber entscheiden, auf welche Faktoren sie besonders großen Wert legen.

Geht es beispielsweise um die Vergabe eines Kredites, werden neben dem Gesamtscore auch die Art des Beschäftigungsverhältnisses sowie die Monatseinnahmen und ihr Verhältnis zur Kreditsumme für die Bank von Interesse sein.

gluehbirneTipp: Bei der SCHUFA kann mithilfe von Score Tabellen die eigene Bonität eingesehen werden. Die Tabellen geben einen Einblick in den SCHUFA Score. Während die Basis Score Tabelle Auskunft über den persönlichen Score gibt, zeigen die Branchenscore-Tabellen die SCHUFA-Scores für einzelne Branchen, etwa Banken, Versicherungen oder Telekommunikationsanbieter.

Was ist der Unterschied zwischen internen und externen Scorewerten?

Scorewerte können nicht nur auf unterschiedliche Weise, sondern auch auf Basis unterschiedlicher Daten berechnet werden. Dabei wird zwischen internen und externen Scorewerten unterschieden.

Ein interner Scorewert wird auf Grundlage eigener Unternehmensdaten berechnet. Der unternehmensintern ermittelte Werte bildet also ab, welche Erfahrungen ein Unternehmen mit einer bestimmten Person in der Vergangenheit gemacht hat.

Ein externer Scorewert hingegen wird von einer Wirtschaftsauskunftei ermittelt. Der Wert basiert dabei auf Daten verschiedener Unternehmen und Institutionen (z.B. Gerichtsdaten, Inkassodaten, Zahlungsverhalten gegenüber Unternehmen) und gibt so Auskunft über die generelle Zahlungswahrscheinlichkeit einer Person.

Tipps zur Bonität: Bonität verbessern und negative Einträge verhindern

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, hat ein Interesse daran, seine Bonität zu verbessern. Oft können dabei schon einfache Tricks große Wirkung zeigen:

  • Bonitätsauskunft regelmäßig kontrollieren: Fehlerhafte (Negativ-)Einträge sind nicht selten. Verbraucher sollten ihre Bonitätsauskunft darum regelmäßig kontrollieren und Falscheintragungen löschen lassen.

  • Wohnortwechsel vermeiden: Ein häufiges Wechseln des Wohnorts kann die Bonität negativ beeinflussen.

  • Rechnungen pünktlich zahlen: Das spart Mahnkosten und verbessert ebenfalls den Bonitätsscore.

  • Unnötige Konten kündigen: Kreditkarten oder Konten, die kaum genutzt werden, senken den Bonitätsscore.

  • Höherer Dispo, mehr Bonität: Ein höherer Dispokredit wird von Auskunfteien positiv gewertet. Die Einrichtung eines möglichst hohen Dispokredits macht darum Sinn – sofern er nicht überzogen wird.

Schufa-Auskunft vs. Bonitätsauskunft: Wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe Schufa-Auskunft, Selbstauskunft und Bonitätsauskunft werden oft synonym verwendet, haben aber nicht die gleiche Bedeutung. Prinzipiell ist eine Selbstauskunft (egal, ob Schufa oder von einer anderen Auskunftei) nämlich nicht zur Weitergabe gedacht. Hier sind vertrauliche persönliche Daten hinterlegt, die nicht an Dritte weiter gegeben werden sollten.

Eine Bonitätsauskunft hingegen besteht aus zwei Seiten, von denen eine zur Weitergabe an Dritte gedacht ist und alle für diese relevanten Informationen enthält.

Bonitätsprüfung zusammengefasst

warndreieckEine Bonitätsprüfung gibt Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit einer Person. Damit die Aussagekraft hoch ist, sollten Verbraucher regelmäßig eine Selbstauskunft einholen und vorhandene Einträge kontrollieren. So können Falscheinträge erkannt, der Bonitätsscore richtig berechnet und zukünftige Vertragskonditionen eventuell verbessert werden.