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Dispozinsen: Wann Sie Ihren Kredit umschulden sollten

Rechenbeispiel & Alternativen zum Dispo

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Dispozins

Nahezu jeder Kontoinhaber bekommt von seiner Bank einen Dispositionskredit eingeräumt. Wird er genutzt, fallen allerdings Dispozinsen an. Oftmals sind sie trotz Niedrigzinsumfeld im zweistelligen Prozentbereich. Eine Umschuldung kann sich für Kreditnehmer daher schon dann lohnen, wenn sie den Dispokredit nur wenige Wochen nutzen. Warum das so ist, wie der Dispozins berechnet wird und was die Alternativen sind, zeigen wir hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dispozinsen fallen mit dem ersten Tag der Nutzung eines Dispositionskredits an, jede weitere Inanspruchnahme wird auf den Tag genau von der Bank berechnet.
  • Aktuell sind die Dispozinsen trotz Niedrigzinsumfeld immer noch sehr hoch, in vielen Fällen sogar knapp zweistellig.
  • Dispozinsen müssen von der Bank gut sichtbar mitgeteilt und nachvollziehbar erläutert werden. Daran ist eine gute Bank erkennbar, die sich um Transparenz gegenüber den Kunden bemüht.
  • Die hohen Dispozinsen begründen Banken mit den weitaus höheren Verwaltungs- und Risikokosten, dennoch erscheinen Verbraucherschützern die Zinsaufschläge auch gut für das Geschäft zu sein.

Dispozins-Definition: Was ist der Dispozins?

Wird für ein Bankkonto ein vertraglich vereinbarter Dispositionskredit vom Kontoinhaber genutzt, ist für eine solche Überziehung des Bankguthabens der sogenannte Dispozins fällig. Dabei sind die für Überziehungskredite zu zahlenden Zinsen in der Regel sehr hoch. Der Zinssatz ist vorher festgelegt und muss seit 2016 von den Banken laut Gesetz gut sichtbar und nicht im Kleingedruckten bekanntgegeben werden.

Die Höhe des Zinssatzes kann jede Bank selbst festlegen. Die Zinssätze für Dispokredite bei Girokonten können daher stark von Bank zu Bank abweichen. Der Dispozins darf aber entsprechend gesetzlicher Vorschriften nicht mehr als das Doppelte des hierfür marktüblichen Zinssatzes betragen (Wucherverbot des § 138 BGB). Er wird vom Tag der Überziehung bis zum späteren Kontoausgleich für den Kunden auf den Tag genau berechnet. Da der Dispozins deutlich teurer ist als der für einen gewöhnlichen Ratenkredit, sollte ein Dispositionskredit nur für kurzfristig dringend benötigtes Geld genutzt werden. Zudem kann sich ein Vergleich der Konditionen zwischen verschiedenen Banken auch beim Dispozins lohnen.

Unterschied zwischen Dispozinsen und Überziehungszinsen

Zwar handelt es sich sowohl bei Dispozinsen als auch bei Überziehungszinsen um ein Entgelt, das der Kontoinhaber an die Bank für die Überziehung einer gewährten Kreditlinie zahlt. Allerdings sind diese Unterschiede für den Bankkunden im Detail sehr wesentlich, wie diese Tabelle zeigt:

Dispozinsen Überziehungszinsen
Grundlage aus Kreditvertrag für Kulanz
Anlass Überziehung im Disporahmen Überziehung außerhalb des Disporahmens
faktisch vorher vereinbart einseitig je nach Bankkonditionen
Höhe hoch in der Regel höher als Dispozinsen
Bestand gemäß Dispokredit kurzfristig, schwankend

Wird der für das Girokonto vorher eingeräumte Dispositionsrahmen vom Kunden überzogen, kann eine Bank aus Kulanz die weitergehende Kontoüberziehung tolerieren. Die in der Regel noch höheren Zinsen für die geduldete Überziehung werden genau auf den hinausgehenden Betrag bezogen und die Zeitdauer der Inanspruchnahme berechnet.

ausrufezeichen Aber: Gibt es für das Bankkonto keinen Dispo, werden bereits mit der ersten Überziehung und beginnend mit dem ersten Euro im Soll, Kontoüberziehungszinsen fällig.

Wie wird der Dispozins berechnet?

Die Berechnung von Dispozinsen erfolgt taggenau nach Inanspruchnahme des vereinbarten Dispositionskredits. Ein einfaches Beispiel zeigt die Berechnung nach einer allgemeinen in Deutschland üblichen Methode auf Basis von 360 Zinstagen für das Kalenderjahr:

Für den Kauf von Küchenmöbel wird der Dispo mit 1.100 Euro für 45 Tage beansprucht. Das Konto ist also mit diesem Betrag rund anderthalb Monate im Minus und wird danach per Einzahlung komplett ausgeglichen. Dann gilt:

[Schuldenstand x Dispozinssatz x Tage im Soll] / 360 Tage = Dispozinsen [1.100 € x 10,95 % x 45 Tage] / 360 Tage = 15,056 €

Für die 45 Tage des in Anspruch genommenen Dispokredit zu einem Zinssatz von 10,95 % müssen also aufgerundet 15,06 Euro Dispozinsen an die Bank gezahlt werden.

Wieso sind Dispozinsen so hoch?

Natürlich ist der meist schnelle und unbürokratische Dispositionskredit im aktuellen Niedrigzinsumfeld für Banken eine lukrative Einnahmequelle. Denn insgesamt verliehen laut Bundesbank-Monatsstatistik Banken zuletzt (November 2018) fast 32 Milliarden Euro an Dispositions- und Überziehungskrediten. Mit den oft immer noch knapp zweistelligen Zinssätzen sind das erhebliche Zinserträge für die Kreditinstitute.

Wie die Zeitschrift „Finanztest“ (09/2018) der Stiftung Warentest ermittelte, liegen nach einem bundesweiten Test die höchsten Zinssätze bei den Dispozinsen zwischen 12,50 bis zu 13,75 Prozent. Dabei führen mehr als 20 regionale Volks- und Raiffeisenbanken die Liste (Stand: Juli 2018) an. Andererseits werden Verbrauchern normale Ratenkredite zu viel niedrigeren Zinsen angeboten. Bauzinsen sind noch einmal weit günstiger. Daher fragen sich viele Bankkunden, wieso die Dispozinsen so hoch sind? Dazu gibt es keine einfache Antwort. Banken verweisen hier auf erheblich höhere Verwaltungs- und Risikokosten, die auch durch Vorschriften der Bankaufsicht entstehen. Insbesondere sagen Banken:

  • Anders als früher müssten heutzutage auch Dispokredite seitens der Bank mit Eigenkapital unterlegt werden.
  • Verbrauchern helfe zwar die flexible Nutzung der Kredite, eine Bank müsse aber das Geld bereithalten, selbst dann, wenn der Kunde den Dispo nicht in Anspruch nimmt. Dieses Geld kann bei der Bank nicht anderweitig „arbeiten“, es ist nicht im Voraus planbar und führe trotzdem zu Refinanzierungs- und Eigenkapitalkosten.
  • Der Dispozins ist stets für alle Kunden der Bank einheitlich zu kalkulieren. Es muss also die Ausfallwahrscheinlichkeit aller Kunden abgedeckt sein. Niedrigere Zinsen für Kunden mit guter Bonität und höhere für andere kann es daher nicht geben.
  • insbesondere die Volks- und Raiffeisenbanken mit ihren auffallend hohen Zinssätzen sagen, dass sie das für die Dispokredite verwendete Geld nicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) günstig leihen könnten, sondern aus den Einlagen ihrer Kunden entnehmen müssten.

Banken müssen Referenzwert für Dispozins nennen

Seit dem Jahr 2016 müssen Banken eine Änderung ihrer Dispozinsen in einer für den Kunden nachvollziehbaren Weise erklären. Nicht nur, dass die geltenden Zinssätze gut sichtbar auf der jeweiligen Internetseite bekanntgegeben werden müssen. Es muss auch verständlich sein, wie und wann die Zinsen sich verändern. Allerdings finden sich oft wenig hilfreiche Erklärungen wie „Referenzzinssatz + Aufschlag von x Prozent“. In der Regel wird zwar der EZB-Leitzins oder der „3-Monats-Euribor“ Referenzwert für den Dispozins genommen. Aber wo dieser genau abgelesen werden kann und wie hoch er aktuell ausfällt, steht dann oftmals nicht dabei. So lässt sich trotz Benennung des Referenzwertes der Dispozins für den Bankkunden nicht sofort berechnen und vergleichen.

Dispozins-Alternative: Ratenkredit

Selbst die Banken betonen gegenüber ihren Kunden oft, dass der Dispozins nur für eine kurzfristige Nutzung von Liquidität gedacht ist. Wer länger zusätzliche Liquidität braucht, sollte daher nicht den teuren Dispo in Anspruch nehmen. Ein weitaus günstigere wie auch zweckungebundene Alternative kann daher ein Ratenkredit sein.

Mit dem kostenlosen Vergleichsrechner von FINANZCHECK.de kann die Suche nach der günstigen Dispozins-Alternative „Ratenkredit“ in nur wenigen Schritten erfolgreich sein:

  • Eingabe der gewünschten Kreditsumme
  • Eingabe der Laufzeit
  • den Verwendungszweck auswählen
  • die Angebote der verschiedenen Anbieter prüfen
  • sich für das persönlich beste Angebot entscheiden
  • und am Ende den Kreditantrag beim entsprechenden Anbieter stellen