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Was Sie bei der Aufnahme eines Pfandkredits wissen müssen

Vor- & Nachteile, Voraussetzungen, Alternativen

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Pfandkredit: Der unbürokratische Kredit für finanzielle Engpässe

Der Pfandkredit eignet sich, um kurzfristig finanzielle Engpässe zu überbrücken. Verbraucher können einen Gegenstand als Pfand hinterlegen, für dessen Wert sie eine Darlehenssumme erhalten. Dieser Kredit eignet sich vor allem für Personen, die schnell Geld benötigen oder die Voraussetzungen für ein Darlehen nicht erfüllen. Dieser Ratgeber erklärt, worauf bei einem Pfandkredit zu achten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Pfandkredit wird eine Wertsache als Sicherheit hinterlegt.
  • Die Kreditsumme ist abhängig vom Wert des Pfandgegenstands.
  • Pfandleiher dürfen laut Gesetzgeber maximal ein Prozent Zinsen pro Monat verlangen.
  • Gegen die Vorlage des Pfandscheins und den Finanzierungsbetrag erhalten Verbraucher ihr Pfand zurück.
  • Für längerfristige Finanzierungen bieten Banken günstigere Alternativen zum Pfandleihhaus.

Definition: Was ist ein Pfandkredit?

Bei einem Pfandkredit handelt es sich um einen Kleinkredit, der in den meisten Fällen von sogenannten Pfandleihhäusern vergeben wird. Um Geld zu erhalten, müssen Verbraucher einen wertvollen Gegenstand als Sicherheit beim Pfandleiher hinterlegen, beispielsweise Schmuck, Uhren, Antiquitäten, Edelmetalle oder elektronische Geräte. Die Verbraucher erhalten daraufhin eine Kreditsumme, die sich am Wert des hinterlegten Gegenstands berechnet. Je wertvoller die Sicherheit, desto höher fällt das Darlehen aus.

Um die Pfandleihe zurückzuerhalten, müssen die Verbraucher das Geld vollständig zurückzahlen. Hinzu kommen außerdem Zinsen und Gebühren des Pfandhauses.

Vorteile des Pfandkredits

Im Rahmen der Pfandleiherverordnung bestimmt der Gesetzgeber die Richtlinien für Pfandleihhäuser. Für Verbraucher ist die Pfandleihe daher eine sichere Möglichkeit, um Geld zu erhalten. Zudem hat dieses Vorgehen weitere Vorteile:

  • Eine Pfandleihe ermöglicht es, schnell und kurzfristig finanzielle Mittel zu erhalten.
  • Mit der Übergabe des Pfandscheins erhalten die Verbraucher sofort das Geld.
  • Die Pfandleihe ist in der Regel sehr unkompliziert.
  • Kreditnehmer müssen keine Einkommensnachweise erbringen.
  • Eine SCHUFA-Auskunft ist nicht notwendig.
  • Auch Personen, welche die Anforderung für ein klassisches Darlehen nicht erfüllen, erhalten einen Kredit (zum Beispiel Selbstständige und Arbeitslose).
  • Die Wertbegutachtung erfolgt durch einen Gutachter.
  • Der Pfandgegenstand ist während der Pfandleihe versichert.

Nachteile des Pfandkredits

Der Pfandkredit ist meist nicht geeignet, wenn hohe Summen notwendig sind. Außerdem ist das Darlehen mit einigen Nachteilen verbunden:

  • Die Darlehenssumme liegt maximal bei der Höhe des Gegenstandswerts, meist deutlich niedriger.
  • Pfandleihen mit schnellem Wertverlust, beispielsweise technische Geräte, werden nicht immer angenommen oder nur mit geringen Summen beliehen.
  • Sehr hohe Zinssätze und Gebühren, vor allem wenn die Rückzahlung mehrere Monate dauert.

Die Kosten eines Pfandkredits

Die Kosten eines Pfandkredits sind gesetzlich geregelt. Dennoch lohnt es sich für Verbraucher, verschiedene Anbieter zu vergleichen. Denn während die Zinsen von der Pfandleiherverordnung vorgegeben sind, können die Pfandleihhäuser zusätzliche, individuelle Gebühren für die Verwertung sowie den Geschäftsbetrieb verlangen.

waage*§ 10 Pfandleiherverordnung „(1) Der Pfandleiher darf für die Hingabe des Darlehens, für die Kosten seines Geschäftsbetriebs einschließlich der Aufbewahrung, der Versicherung und der Schätzung des Wertes des Pfandes sowie für die Kosten der Pfandverwertung höchstens fordern, vereinbaren oder sich gewähren lassen

  1. für die Hingabe des Darlehens einen monatlichen Zins von eins vom Hundert des Darlehensbetrages,
  2. für die Kosten des Geschäftsbetriebs Vergütungen gemäß der Anlage zu dieser Verordnung,
  3. die notwendigen Kosten der Verwertung.“*

Das bedeutet, die Pfandleiher dürfen pro Monat ein Prozent Zinsen sowie weitere Gebühren verlangen. Bei einer Kreditsumme von 5.000 Euro entspricht das einem monatlichen Aufwand von mindestens 50 Euro. Auf ein Jahr gerechnet beträgt der Zins 600 Euro zuzüglich weiterer Kosten für Versicherungen und Verwertung. Dementsprechend kann der Gesamtzins für eine längerfristige Pfandleihe bis zu 40 Prozent der Kreditsumme betragen.

Wann macht der Pfandleiher Sinn?

Im Hinblick auf die Kosten des Pfandhauses ist eine Pfandleihe nur kurzfristig sinnvoll. Der Pfandkredit ist dann geeignet, wenn Verbraucher vorübergehend finanzielle Engpässe überbrücken müssen und schnellstmöglich das Darlehen zurückzahlen können.

Eine Pfandleihe macht unter Berücksichtigung dieser Aspekte vor allem für Personen Sinn, die nicht oder lediglich erschwert ein klassisches Darlehen erhalten können. Darunter fallen etwa Selbstständige mit ungeregelten Einnahmen oder Arbeitslose ohne festes Einkommen. Nützlich ist der Pfandkredit auch für Verbraucher, die keine gute Bonität vorweisen können oder einen negativen SCHUFA-Eintrag haben.

Das ist bei einem Pfandkredit zu beachten

Neben den Kosten und dem Nutzen eines Pfandkredits sollten Verbraucher einige Aspekte beachten. Denn auch wenn das Darlehen unbürokratisch und schnell erhältlich ist, eignet sich die Kreditform nicht für jede Person.

Tipps für einen günstigen Pfandkredit

Bei einer langen Laufzeit können die Kosten für die Pfandleihe bis zu 40 Prozent der Kreditsumme betragen. Folgende Tipps sollen dabei helfen, ein günstiges Darlehen bei einem Pfandhaus zu erhalten.

Tipp Erklärung
Pfandkredit nur als Zwischenfinanzierung nutzen Die Darlehenssumme sollte schnellstmöglich, spätestens nach drei Monaten zurückgezahlt werden. Nur so lassen sich die absoluten Kosten im Rahmen halten.
Pfandhäuser und Anbieter vergleichen Die Kosten der Pfandhäuser können variieren. Daher sollten Verbraucher verschiedene Anbieter vergleichen. Auch im Internet lässt sich ein Pfandhaus für den Online-Verkauf finden.
Bedingungen prüfen Antragsteller sollten vor der Beantragung des Darlehens die Bedingungen des Pfandhauses genauestens prüfen, um mögliche Kostenfallen zu umgehen.

Voraussetzungen für einen Pfandkredit

Der Pfandkredit ist unbürokratisch und schnell erhältlich. Das Pfandhaus stellt keine Anfrage bei der SCHUFA und fragt auch nicht nach der finanziellen Situation der Antragsteller. Als einzige Voraussetzung gilt, dass die Antragsteller einen geeigneten Wertgegenstand beim Leihamt vorweisen können. Die Finanzierungssumme bemisst sich anhand des Werts der Sache. Um einen Kredit zu erhalten, müssen die Verbraucher lediglich ihren Pfandgegenstand hinterlassen und ihren Personalausweis vorzeigen.

Wie wird ein Pfandkredit vergeben?

Pfandleihhäuser gibt es in jeder Stadt. Auch online gibt es entsprechende Anbieter, die den Wertgegenstand schätzen und dann bei den Antragstellern abholen. Um eine Sache zu beleihen, gehen Verbraucher folgendermaßen vor:

  1. Sie bringen ihren Wertgegenstand zum Leihamt oder füllen bei einem Online-Pfandhaus einen Schätzungsantrag aus. Letzteres setzt voraus, dass Bilder der Wertsache beigefügt werden.
  2. Der Pfandleiher begutachtet den Wertgegenstand und bewertet ihn. Anhand des Zustands, des Alters und des Preises, der beim Verkauf erzielt werden könnte, legt er eine Kreditsumme fest. Meist beträgt diese zwischen 25 und 50 Prozent des Wiederverkaufswerts.
  3. Die Antragsteller erhalten einen Pfandvertrag und müssen sich mit ihrem Personalausweis ausweisen. Die Laufzeit für die Pfandleihe beträgt in der Regel drei Monate. Nachdem der Antrag unterschrieben wurde, erhalten sie das Geld und das Pfandhaus behält den Wertgegenstand als Sicherheit ein.
  4. Die Antragsteller bezahlen die Gebühren und Zinsen für den Pfandkredit. Sie können nun innerhalb der festgelegten Zeit ihren Wertgegenstand zurückkaufen, wenn sie die Darlehenssumme abbezahlen.
  5. Lösen die Verbraucher den Pfandkredit nicht innerhalb der festgelegten Laufzeit ab, verkauft das Leihamt den Wertgegenstand. Dafür kann das Pfandhaus eine Versteigerung durchführen.

Alternativen zum Pfandkredit

Anstelle eines Pfandkredits bestehen für Verbraucher, die Geld benötigen, einige Alternativen. Die beste Option ist, Freunde oder Familienmitglieder um kurzfristige Unterstützung zu bitten. Wer nicht darauf zurückgreifen möchte oder kann, nimmt am besten Angebote von Kreditinstituten in Anspruch.

Der Privatkredit

Da ein Pfandkredit mit hohen Kosten verbunden ist, sollten Verbraucher alternativ über einen klassischen Ratenkredit bei einer Bank nachdenken. Bei einem Privatkredit können Verbraucher im Hinblick auf den effektiven Jahreszins sofort erkennen, wie teuer das Darlehen ist. Bei Vertragsabschluss wissen sie zudem exakt, wie hoch ihr finanzieller Aufwand sein wird. Denn die Kunden vereinbaren im Voraus eine feste Laufzeit für die Tilgung, womit sich die Kreditkosten bei konstanter Rückzahlung nicht ändern. Zudem sind Ratenkredite in aller Regel auch günstiger als der Pfandkredit.

Der Pfandkredit ist gegenüber dem Privatkredit von Vorteil, wenn das Darlehen sehr schnell, bestenfalls innerhalb von einem bis drei Monaten, zurückgezahlt wird. Benötigen die Verbraucher mehr Zeit für die Tilgung, sollten sie einen klassischen Ratenkredit bei einem Kreditinstitut aufnehmen.

Der Dispokredit

Im Regelfall vergeben Banken einen Dispokredit. Umgangssprachlich bedeutet dies, dass das Bankkonto „überzogen wird“. Girokredite sind mit bis zu 16 Prozent Zinsen sehr teuer und nur bei kurzfristigen finanziellen Engpässen zu empfehlen. Im Vergleich zu den Gebühren eines Pfandkredits kann die Überziehung des Bankkontos allerdings die günstigere Option darstellen. Insbesondere dann, wenn das Konto nach wenigen Tagen oder Wochen wieder ausgeglichen ist.

Kredit von privat

Im Internet gibt es diverse Portale, auf denen Privatpersonen Geld zur Verfügung stellen können. Diese Darlehen bieten den Vorteil, dass auch Selbstständige und Personen mit einer schlechten Bonität eine Finanzierung erhalten können. Denn die Kreditgeber sind an keine Voraussetzungen gebunden und können selbst entscheiden, ob sie den Antragstellern das Geld leihen möchten. Allerdings sind die Zinsen hier oft vergleichsweise hoch.

Pfandkredit nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll

Der Pfandkredit hat einige Vorteile, da er schnell erhältlich ist und sich auch für Personen eignet, welche die Anforderungen für ein Bankdarlehen nicht erfüllen. Allerdings ist diese Finanzierungsform mit hohen Kosten verbunden, diese liegen meist sogar über den Gebühren eines Dispokredits.

Verbraucher, die längerfristig Geld benötigen und die Voraussetzungen der Banken erfüllen, sollten bevorzugt einen herkömmlichen Ratenkredit aufnehmen. Dieser ist auf die Laufzeit betrachtet günstiger und die Kosten sind für die Kreditnehmer planbar. Ein Privatkredit unterliegt außerdem keiner Zweckbindung und lässt sich für alle Belangen nutzen.

gluehbirne-euroTipp: Um ein günstiges Darlehen zu finden, sollten Verbraucher einen Vergleich verschiedener Anbieter durchführen. Mit dem kostenlosen Vergleichsrechner von FINANZCHECK.de können Kreditnehmer schnell und unkompliziert ein Angebot mit günstigen Zinsen finden.