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Anschubfinanzierung: Förderung von Wohngruppen, Startups und Co

Mit der Anschubfinanzierung zum ersehnten Projekt

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Anschubfinanzierung

Die Anschubfinanzierung ermöglicht die Gründung von ambulant betreuten Wohngruppen in der Pflege sowie förderungswürdige Projekte. Dazu zählen beispielsweise der Erhalt von Denkmälern oder die Errichtung von Wohnungen. Auch Startups werden durch eine Anschubfinanzierung unterstützt. Die Geldgeber erwarten durchaus eine längere Durststrecke, sodass die Rückzahlung der Anschubfinanzierung erst in einigen Jahren erfolgen muss. Allerdings sollte das zu fördernde Projekt langfristig erfolgreiche Aussichten mit sich bringen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Anschubfinanzierung sorgt für die erste Förderung von Projekten wie Wohngruppen und Unternehmensgründungen.
  • Geldgeber erwarten die Rückzahlung von Anschubfinanzierungen erst mit einigen Jahren Verzögerung.
  • Günstige Konditionen und tilgungsfreie Anlaufphasen machen die Anschubfinanzierung attraktiv.
  • Anträge für eine solche Finanzierung müssen je nach Anlass überzeugende Argumente (Business-Plan) enthalten.

Definition: Was ist die Anschubfinanzierung?

Viele Projekte gelten als förderungswürdig und benötigen gleichzeitig eine finanzielle Unterstützung. Hier kommt die sogenannte Anschubfinanzierung in Frage. Typische Projekte, welche von einer Anschubfinanzierung profitieren können, sind beispielsweise die Errichtung von ambulant betreuten Wohngruppen mit pflegebedürftigen Bewohnern oder auch die Gründung eines Startups mit Aussicht auf Erfolg am Markt. Zudem werden Projekte im Denkmalschutz, zum Erhalt des Stadtbildes bzw. einer örtlichen Tradition sowie Vereine von einer Anschubfinanzierung gefördert, sofern die Voraussetzungen stimmen. Auch im Baubereich kommt diese Art der Finanzierung in Frage.

Die Bedingung ist stets, dass der Geldgeber an einen Erfolg des Projektes und eine anschließende Rückzahlung glaubt. Denn: Bei einer Anschubfinanzierung wird meist auf Sicherheiten wie Eigenkapital oder ein festes Einkommen verzichtet. Das Projekt als solches gilt praktisch als Sicherheit und Geldgeber erwarten einen zukünftigen Erfolg. Einige Banken verlangen allerdings zusätzlich einen Bürgen, der im Zweifelsfall für die Rückzahlung der Anschubfinanzierung aufkommt. Typisch für dieses Kreditgebermodell ist außerdem die tilgungsfreie Anlaufzeit, die gänzlich ohne Zinsen auskommt. Gelingt dem Kreditnehmer also eine frühe Rückzahlung, hat er ein günstiges Darlehen erhalten.

Je mehr Personen an einem Projekt beteiligt sind, desto größer ist die Chance, eine Anschubfinanzierung über die Bank zu erhalten. Konkrete Rahmenbedingungen und die Erfassung eines Ziels, auf das hingearbeitet wird, können den Antrag auf Anschubfinanzierung ebenfalls zugunsten der potenziellen Geldnehmer beeinflussen. Weiterhin zeichnet sich die Anschubfinanzierung dadurch aus, dass sie in einer zuvor festgelegten, bestimmten Höhe gewährleistet wird, die in der Regel anschließend nicht erneut verhandelbar ist.

Wer leistet die Anschubfinanzierung?

Mögliche Geldgeber für die Anschubfinanzierung können neben der Hausbank folgende Personen und Organisationen sein:

  • die öffentlichen Behörden (wenn beispielsweise ein Nutzen für den jeweiligen Ort/ die jeweilige Gemeinde erkennbar ist)
  • die KfW (etwa für die Förderung von Wohneigentum oder die Sanierung von Immobilien)
  • die Pflegekassen (bei Anschubfinanzierung in Bezug auf Wohngruppen im Pflegebereich)
  • private Investoren (im Startup-Bereich „Business Angels“ genannt; hier handelt es sich vorwiegend um finanzstarke Unternehmer)

Antrag auf Anschubfinanzierung: Das wird benötigt

Der Antrag auf Anschubfinanzierung unterscheidet sich je nach Form des Projekts, das gefördert werden soll. Einige Anträge auf Anschubfinanzierung unterliegen außerdem einer Frist, die nicht überschritten werden darf.

gluehbirne-euroBeispiel 1: Wohngruppe

Die Anschubfinanzierung einer Wohngruppe muss spätestens innerhalb eines Jahres beantragt werden, nachdem alle Voraussetzungen für die Bewilligung erfüllt wurden.

Dazu gehören die folgenden Aspekte:

  1. Die Wohngruppe muss neu gegründet werden.
  2. Die Wohngruppe muss ambulant betreut werden.
  3. Die Wohnräume müssen barrierefrei gestaltet sein.
  4. Ein Pflegebedürftiger muss aktiv an der Gründung beteiligt sein.
  5. Es müssen mindestens drei Pflegebedürftige Teil der Wohngruppe sein.

gluehbirne-euro Beispiel 2: Startup

Wird der Antrag auf Anschubfinanzierung hingegen von Startups gestellt, ist ein aussagekräftiger Businessplan meist die Grundlage für die Bewilligung. Dieser sollte nicht nur ein konkretes Ziel des Unternehmens darlegen, sondern auch folgende Fragen beantworten:

  1. Wie hoch ist der Finanzierungsbedarf und wie kann dieser belegt werden?
  2. Gibt es einen Nutzen für das Produkt / die Leistung, welche(s) das Startup künftig verkaufen möchte?
  3. Gibt es also wahrscheinlich eine Aussicht auf Erfolg?
  4. Wie hoch ist der Mehrwert des Startups?
  5. Wie viel Wettbewerb herrscht im angestrebten Markt und wie stark ist die Konkurrenz?
  6. Wie sieht der der schlimmste Fall in Sachen Anschubfinanzierung aus und wie kann im Zweifelsfall die Rückzahlung der Anschubfinanzierung gewährleistet werden?
  7. Gibt es einen Bürgen, der notfalls einspringt und die Schulden übernimmt?
  8. Sind mehrere Investoren beteiligt? Besteht bereits Interesse an dem Startup?

Die Anschubfinanzierung wird anschließend bei dem zuvor ausgewählten bzw. für das Einsatzgebiet zuständigen Geldgeber beantragt. Die Antragsteller sollten mit entsprechenden Rückfragen rechnen.

Tipp: Gerade Startups können sich auf die Anschubfinanzierung durch spezielle Workshops vorbereiten und ihr Wissen diesbezüglich erweitern, um sich den kommenden Fragen souverän zu stellen.

Anschubfinanzierung: Beispiele aus der Praxis

Die Anschubfinanzierung wird, wie erwähnt, nur bei förderungswürdigen Projekten gewährt. Dazu gehören:

Wohngruppen: Ein typisches Beispiel für die Anschubfinanzierung ist die Wohngruppe pflegebedürftiger Menschen, meist Seniorinnen und Senioren. Die Förderung umfasst ambulant betreute WGs von mindestens drei pflegebedürftigen Menschen in einer entsprechend ausgestatteten, also beispielsweise barrierefreien Wohnung. Neben der Anschubfinanzierung wird in der Regel ein Wohngruppenzuschlag von 214 Euro pro Monat gewährt. Diesen enthalten die Pflegebedürftigen aus der Pflegeversicherung, wenn eine Person (= ein Ansprechpartner) für die organisatorischen und betreuenden Tätigkeiten ausgewählt wird. Hinzu kommt die Anschubfinanzierung von bis zu 2.500 Euro pro Person, die pflegebedürftig ist und in einer solchen Wohngruppe lebt. Insgesamt werden maximal 10.000 Euro ausgezahlt.

Denkmäler: Auch der Denkmalschutz kann für viele Gemeinden sinnvoll sein. Finden sich Betreuer von Denkmälern oder bitten Besitzer der geschützten Stätten um eine Förderung des Erhalts, kann eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt oder Gemeinde erfolgen. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Anschubfinanzierung. Die Gemeinden erhoffen sich beispielsweise eine höhere Popularität des Ortes durch den Erhalt und die Pflege von sehenswerten (Bau-)Denkmälern. Wird eine solche Anschubfinanzierung clever eingesetzt, kann sie weitere Finanzierungshilfen von externen Geldgebern nach sich ziehen und beispielsweise umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen ermöglichen.

Startups: Die Anschubfinanzierung soll die Gründung eines Unternehmens erleichtern. Allerdings liegt die Summe der Finanzierung meist unter 25.000 Euro und ist somit für klassische Hausbanken wenig rentabel. Auch die tilgungsfreie Anlaufzeit ist unattraktiv für so manche Bank. Vorwiegend wird die Anschubfinanzierung für Startups daher durch private Kreditinstitute und Unternehmer gewährt.

Mikrokredite von vergleichsweise geringer Summe werden durch Privatpersonen ermöglicht, die sich „Business Angels“ nennen. Es handelt sich in der Regel um vermögende Unternehmer, die dem Startup nicht nur finanziell unter die Arme greifen. Auch beratende Aspekte spielen hier eine Rolle. So profitieren Startups gleich mehrfach. Attraktiv sind allerdings auch die speziellen KfW-Förderkredite, die mit geringen Zinsen und Zuschüssen punkten können. Diese werden jedoch nur dann gewährt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden können. Auch gibt es in der Regel keinen KfW-Kredit, wenn die Hausbank bereits abgelehnt hat.

Gebäude: Ein weiteres Beispiel der Anschubfinanzierung betrifft den Baubereich. Werden etwa neue Gebäude mit dem Ziel einer Baulückenschließung errichtet oder bestehende Gebäude gemäß bestimmter Richtlinien um- oder ausgebaut, kann ebenfalls eine Anschubfinanzierung durch einen Investor geleistet werden. In Frage kommen hier ebenfalls die KfW (zum Beispiel bei Umgestaltung aufgrund geplanter Barrierefreiheit) und spezielle Investoren im Baubereich.

Rückzahlung der Anschubfinanzierung: Meist erst nach langem Zeitraum

Die Rückzahlung der Anschubfinanzierung erfolgt meist, sofern sich der gewünschte Erfolg des Projektes eingestellt hat. Das kann bei Startups die Absolvierung erster, rentabler Aufträge sein. Die Kreditgeber gehen davon aus, dass die Rückzahlung erst nach einiger Zeit erfolgt – das ist der Vorteil für Kreditnehmer bei der Anschubfinanzierung.

Mikrokredite bringen zudem meist nur einen geringen Zinssatz mit sich und punkten mit der komplett tilgungsfreien Anlaufzeit, sodass die Rückzahlung nur wenige Geldnehmer vor eine Herausforderung stellt. Geht allerdings das finanzierte Projekt schief und das Startup muss beispielsweise Insolvenz anmelden, gibt es einen negativen SCHUFA-Eintrag und weitere, unangenehme Folgen.

ausrufezeichen Schon gewusst? Um sich gegen einen möglichen Ausfall abzusichern, verlangen viele Geldgeber einen Bürgen, der im Zweifelsfall einspringt. Auch die Umschuldung auf einen anderen Kredit mit günstigeren Zinsen kann helfen, eine Finanzlücke aufgrund einer vorübergehenden Flaute zu schließen. Im Bereich Startups geht mit der Anschubfinanzierung außerdem eine umfassende Betreuung der frisch gebackenen Unternehmer einher, sodass die Investoren die Entwicklung der Firma im Auge haben und notfalls mit ihrem Know-How das Ruder noch herumreißen können. Davon profitieren beide Seiten.

Crowdfunding und Sponsoren: Alternativen zur Anschubfinanzierung

Wohngruppen, Startups und Co können neben der Anschubfinanzierung aber auch andere Wege einschlagen, um ein geplantes Projekt zu realisieren:

Sponsoren: In Frage kommt die Gewinnung von Sponsoren, die sich durch Investitionen in erfolgsversprechende Planungen einen positiven Werbeeffekt erhoffen. Im Unterschied zur Anschubfinanzierung muss der investierte Betrag in der Regel nicht zurückgezahlt werden. Die Sponsoren werden allerdings im Zuge von Werbemaßnahmen, zum Beispiel auf der Homepage eines Startups oder in deren Informationsbroschüre, erwähnt. Crowdfunding: Beim Crowdfunding wird eine Idee im Internet präsentiert. Interessierte Personen können auf entsprechenden Webseiten investieren, um das dort vorgestellte Projekt zu realisieren. Eine Rückzahlung gibt es in der Regel nicht; allerdings werden Investoren meist mit kleinen Geschenken belohnt, wenn das Projekt umgesetzt werden konnte. Crowdinvesting: Eine Variante des Crowdfundings ist das Crowdinvesting, bei dem ebenfalls fremde Spender Geldbeträge überweisen. Sie werden allerdings, abhängig von der Höhe der Investition, prozentual an künftigen Gewinnen des Unternehmens beteiligt.

Anschubfinanzierung rentiert sich bei verschiedenen Projekten

Die Anschubfinanzierung lohnt sich für erfolgsversprechende Projekte im Startup-, Pflege- oder Gebäudebereich. Durch die tilgungsfreie Anlaufzeit, geringe Zinsen und niedrige Kreditsummen steckt meist ein geringer, bürokratischer Aufwand dahinter. Als Investoren kommen Banken, private Institute und Geldgeber sowie die KfW in Frage; bei der Anschubfinanzierung für Wohngruppen springt die Pflegeversicherung ein. Alternativen bilden die Suche nach Sponsoren oder das Crowdfunding per Internet.