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Schuldscheindarlehen – ein Finanzierungsinstrument für KMU

Definition, Funktionsweise & Vorteile

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Schuldscheindarlehen

Seit den letzten Jahren nutzen zunehmend kleine und mittelständische Unternehmen des privaten oder öffentlichen Sektors Schuldscheindarlehen zur Finanzierung mit Fremdkapital. Im Gegensatz zu klassischen Anleihen ist die Aufnahme des Fremdkapitals über diesen Weg recht unbürokratisch und günstig. An welche Voraussetzungen sie gebunden sind, was das Besondere an ihnen ist und worauf Darlehensnehmer besonders achten müssen, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Schuldscheindarlehen weisen ein Volumen von mindestens einigen Millionen Euro auf und werden nur von Unternehmen aufgenommen.
  • Schuldscheindarlehen sind im Vergleich zu Anleihen ein kostengünstiges und unbürokratisches Instrument der Unternehmensfinanzierung.
  • Sowohl bei Laufzeiten, im Volumen als auch in der Stückelung für Investoren können die Darlehen flexibel gestaltet werden.
  • Unternehmen können ihre Finanzierung damit auf eine noch breitere Basis stellen.

Was ist ein Schuldscheindarlehen?

Schuldscheindarlehen werden von Banken oder anderen Kapitalsammelstellen an überwiegend mittelständische Unternehmen des öffentlichen und privaten Sektors vergeben. Das Volumen der Kredite in Form von Schuldscheindarlehen ist relativ groß und beginnt im Minimum bei wenigen Millionen Euro. Dagegen liegen die größten bisher in Deutschland vergebenen Schuldscheindarlehen über der Schwelle von einer Milliarde Euro. Weitere typische Merkmale und Rahmendaten eines Schuldscheindarlehens sind:

  • Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren.
  • Der Zinssatz bewegt sich zwischen 0,25 und 0,5 Prozentpunkte über vergleichbaren Anleihen.
  • Das Volumen beträgt in der Regel zwischen 50 und 100 Millionen Euro, im Minimum sollte es ein Betrag von 10 Millionen Euro sein.
  • Schuldscheindarlehen werden Investoren gestückelt angeboten, wobei Stückelungen zwischen 50.000 Euro und 500.000 Euro üblich sind.
  • Anders als bei Anleihen erfolgt keine Platzierung am offenen Kapitalmarkt, was die Emissionskosten spart.

Für das Schuldscheindarlehen wird ein Kreditvertrag außerbörslich abgeschlossen. Daher gehören Schuldscheindarlehen zu den sogenannten Privatplatzierungen.

gluehbirneEin prominentes und großes Beispiel für Schuldscheindarlehen der jüngsten Zeit ist der Autobauer Porsche, der 2016 ein Darlehen in Höhe von 1,1 Mrd. Euro aufnahm. Dabei haben internationale Investoren rund 45 Prozent des herausgegebenen Volumens der Schuldscheine geordert.

Warum lohnt sich ein Schuldscheindarlehen?

Ein Schuldscheindarlehen erlaubt es insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, sich neben dem klassischen Bankkredit oder einer Unternehmensanleihe relativ kostengünstig und ohne großen Verwaltungsaufwand mit Fremdkapital zu finanzieren. Gerade Betriebe, die nicht die Größe und Finanzkraft haben, Unternehmensanleihen herauszugeben, greifen immer wieder zum Finanzierungsmittel Schuldscheindarlehen.

Schuldscheindarlehen dienen in erster Linie zur Finanzierung größerer betrieblicher Investitionen, wofür andere Finanzierungsquellen unpassend sind oder zu hohe Kosten verursachen würden.

Allgemein verfolgen Unternehmen damit ebenso das Ziel, ihre Finanzierung auf eine noch breitere Basis zu stellen. Sie können damit zugleich den Kreis an langfristig orientierten Investoren vergrößern. Gelegentlich nutzen Unternehmen die Schuldscheindarlehen auch dafür, um Anleihen zu refinanzieren.

Wie funktioniert ein Schuldscheindarlehen?

Wer an ein Schuldscheindarlehen gelangen will, muss als Darlehensnehmer zumindest die Anforderungen eines Kaufmanns im Sinne von § 1 Handelsgesetzbuch (HGB) erfüllen. Dabei ist der Kreditvertrag zugleich auch ein Schuldschein. Er muss dann auch den Regelungen des § 344 des HGB im Sinne unternehmerischen Handelns für den Betrieb entsprechen. Mit dem Schuldschein werden alle Eigenschaften des Kredits garantiert und verbrieft. Ist der vom Schuldner genutzte Kredit vertragsgemäß zurückgezahlt, steht ihm die Aushändigung des Schuldscheins zu.

Haben eine oder mehrere Banken ein Schuldscheindarlehen vergeben, können sie die Darlehen als Finanzanlagen in den eigenen Büchern führen. Immer mehr setzt sich aber durch, dass die Schuldscheine im Wege der Abtretung ebenso an Sozialversicherungsträger, Versicherungen oder Pensionskassen weiter gereicht werden.

Vor und Nachteile von Schuldscheindarlehen

Bevor ein Schuldscheindarlehen in Anspruch genommen wird, sollten mögliche Interessenten die Bedingungen und die rechtlichen Anforderungen mit den Chancen abwägen. Das Schuldscheindarlehen bietet Kreditnehmern einige Vorteile im Vergleich zur Finanzierungs-Alternative „Anleihe“. Dem gegenüber sind die Nachteile nicht so zahlreich oder gravierend. Die allgemeinen Minuspunkte eines Schuldscheindarlehens gegenüber Anleihen sind:

Schuldscheindarlehen Vorteile Nachteile

Niedrigere Kosten, da geringerer bürokratischer Aufwand einschließlich der Gebühren bei der Vermittlung und Besicherung (ca. 1,0 - 2,0 % des Darlehensbetrages). Ohne hohe Bonität des Kreditnehmers können Schuldscheindarlehen kaum aufgenommen werden.

Das externe Rating kann entfallen. Zinssätze notieren oft über dem Anleihezinssatz, da die Darlehen nicht wie Anleihen kurzfristig gehandelt werden können.

Wesentlich geringere Darlehenssummen (Minimum ca. 20 Mio. Euro) sind nötig, um das Mindestvolumen für die Ausgabe der Schuldscheine zu erreichen. Die feste Bindung an vereinbarte Laufzeiten ohne Möglichkeit, vorzeitig das Schuldscheindarlehen zu tilgen.

Zugang zum Kredit auch ohne Börsenzulassung und Emissionsfähigkeit, sodass auch andere Kreditgeber als die Geschäftsbanken infrage kommen können. Der Schuldschein ist kein Wertpapier und damit nicht über eine Börse handelbar.

Die Darlehensschuld muss nicht auf einmal zurückgezahlt werden, da die Darlehensnehmer die Laufzeiten des Darlehens in Tranchen aufteilen können.

Es werden in der Regel Investoren mit einem langfristigen Anlageinteresse angesprochen.

Allerdings wiegen die genannten Nachteile oftmals die Vorteile und finanziellen Chancen der Fremdkapitalbeschaffung über Schuldscheindarlehen auf. Nicht zuletzt deswegen waren Unternehmen des öffentlichen Sektors in der Vergangenheit sehr aktiv bei der Ausgabe von Schuldscheinen. Zunehmend nutzen auch mittelständische Unternehmen den Schuldschein als Alternative zur Anleihe oder einem Bankkredit.

Schuldscheindarlehen als sinnvolle Alternative für KMU

Schuldscheindarlehen sind das erste Mittel der Wahl für mittelständische und öffentliche Unternehmen, wenn eine Herausgabe von Anleihen zur Finanzierung einer größeren Investition nicht rentabel und zu hohe Kosten verursachen. Dann sollte jedoch eine vorzügliche Bonität vorhanden sein. So kann mit dem Schuldschein sicher und langfristig für den Betrieb fremdes Kapital beschafft werden. Zuvor stehen in jedem Fall viele Fragen und Angebotsvergleiche zur Klärung an.

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