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Scheidung – und wer haftet für die Kredite?

Kredit und Scheidung

Was passiert mit dem Kredit, wenn man sich scheiden lässt?

Die Scheidungsrate in Deutschland ist hoch. Statistiken zeigen, dass sich jedes dritte Ehepaar früher oder später trennt. Doch wer haftet nach der Scheidung für Kredite, die während der Ehezeit abgeschlossen wurden? Was ist, wenn einer der Partner für den anderen gebürgt hat? Und wer muss den gemeinsamen Immobilienkredit zurückzahlen, wenn einer von beiden längst aus der finanzierten Immobilie ausgezogen ist?

1. Wenn nur ein Partner den Kredit aufgenommen hat

Hat einer der Ex-Partner einen Kreditvertrag allein unterschrieben, muss er das Geld auch selbst zurückzahlen. Der andere haftet nicht gegenüber der Bank. Die gesetzliche Zugewinnregelung sieht im Fall einer Scheidung zwar die Aufteilung des gemeinsam erworbenen Vermögens vor, jedoch nicht die gemeinsame Haftung für persönliche Schulden. Auch für sein überzogenes Girokonto ist der Kontoinhaber deshalb selbst verantwortlich – es sei denn, handelt sich um ein Gemeinschaftskonto beider Ehepartner. In diesem Fall haften auch beide für den Ausgleich des Dispokredits.

2. Wenn beide den Kreditvertrag unterschrieben haben

Anders ist die Lage, wenn beide Partner ihre Unterschrift unter den Kreditvertrag gesetzt haben, denn in diesem Fall haften sie als „Gesamtschuldner“. Die Bank kann sich dann mit der gesamten Forderung an beide Beteiligten wenden, falls die Raten nicht mehr bedient werden. Ob die Kreditnehmer mittlerweile getrennt leben oder geschieden sind, spielt keine Rolle, denn Vertrag ist Vertrag. Tipp: Überlegen Sie gründlich, bevor Sie Ihre Unterschrift unter einen Kreditantrag Ihres Ehe- oder Lebenspartners setzen, egal ob es sich um einen Autokredit, eine Umschuldung, einen Firmengründungskredit oder ein Baudarlehen handelt. Denn sollte es später zur Trennung kommen, bleiben Sie allein auf den Schulden sitzen, falls der Partner den Kredit nicht zurückzahlen kann oder will.

Das gilt für Bürgschaften

Auch wenn Sie für einen Kredit des Ehepartners bürgen, tragen Sie das volle Rückzahlungsrisiko, falls der Schuldner seiner Zahlungspflicht nicht mehr nachkommt. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen beurteilen Gerichte solche Ehegattenbürgschaften als sittenwidrig und daher unwirksam – zum Beispiel, wenn der Bürge finanziell total unerfahren ist, kaum über ein eigenes Einkommen verfügt und die Bürgschaftserklärung nur aus emotionaler Verbundenheit mit dem Partner unterschrieben hat. Die Entscheidungen der Gerichte hängen aber immer von den Umständen des Einzelfalls ab.

Scheidung – was passiert mit dem Immobilienkredit?

Oft nehmen Ehepartner gemeinsam einen Immobilienkredit auf, um ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu kaufen. Nach einer Scheidung stellt sich dann die Frage, wer diese Schulden zurückzahlen muss. Auch hier gilt: Wenn beide den Vertrag unterschrieben haben, haften beide für den vollen Kreditbetrag – unabhängig davon, wer als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist. Selbst wenn einer der Ex-Partner längst aus der gemeinsam finanzierten Immobilie ausgezogen ist und keinerlei Nutzen mehr daraus zieht, muss die Bank ihn nicht aus dem Kreditvertrag entlassen. Lediglich im Innenverhältnis hat er Anspruch auf eine Nutzungsentschädigung gegenüber dem Partner, der die Immobilie weiter bewohnt.

Sie haben Fragen? Wir beraten Sie gerne!

Haben Sie weitere Fragen zur Kredithaftung nach der Trennung vom Ehepartner? Oder suchen Sie ein günstiges Darlehen – zum Beispiel, weil Sie die gemeinsam erworbene Immobilie selbst behalten möchten und Ihren Ex-Partner auszahlen wollen? Sprechen Sie einfach mit uns! Unsere Kreditexperten beraten Sie gerne und zeigen Ihnen günstige Möglichkeiten auf.

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Kategorie: Ratgeber

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Ausbildungsleiter Patrick ist das Herz unseres Kreditcenters. Jeder Berater geht durch seine Schule, und lernt unsere Kunden bestmöglich zu unterstützen. Hier teilt er seine Erfahrung aus über 5 Jahren bei FINANZCHECK.de und gibt spannende Tipps für Ihre Finanzen.