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Kleinkredit ohne SCHUFA – Geht das wirklich?

Merkmale und Risiken von Kleinkrediten ohne SCHUFA

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Kleinkredit

Kleinkredite, also Ratenkredite mit einer geringen Finanzierungssumme, sind eine besonders beliebte Finanzierungsform in Deutschland. Ob zur Finanzierung des Urlaubs oder zur Anschaffung kostspieliger Einrichtungsgegenstände – oft reicht bereits ein Kleinkredit aus, um notwendige oder ersehnte Anschaffungen finanzieren zu können. Allerdings bedeutet eine geringe Höhe der Kreditsumme nicht, dass die Darlehen ohne die Einholung einer SCHUFA-Auskunft vergeben werden. Zumindest bei den meisten deutschen Kreditinstituten ist die Vergabe eines Kleinkredits nur möglich, wenn keine negativen SCHUFA-Einträge vorhanden sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vergabe eines Kleinkredits setzt bei deutschen Banken eine Kreditwürdigkeitsprüfung voraus.
  • Negative SCHUFA-Einträge können den Abschluss eines Kreditvertrags erschweren oder verhindern.
  • Kredite, die von Anbietern aus dem Ausland ohne SCHUFA-Auskunft vergeben werden, nennt man oftmals Schweizer Kredite.
  • Ein Schweizer Kredit ist in der Regel deutlich teurer und nur wenig flexibel anpassbar.
  • Teilweise locken unseriöse Anbieter mit Kreditangeboten.

Was ist ein Kleinkredit?

Unter einem Kleinkredit ist ein Kredit zu verstehen, dessen maximale Höhe 10.000 Euro nicht überschreitet. Kleinkredite werden dabei an Verbraucher vergeben und dienen der Finanzierung von Konsumgütern – also Gütern des privaten Ver- und Gebrauchs wie etwa Einrichtungsgegenstände, Urlaube oder Elektronikgeräte.

Allerdings gelten im Bankenwesen keine einheitlichen Richtlinien, um den Begriff des Kleinkredits zu definieren. Das bedeutet: Bei einigen Banken kann die Summe, die maximal als Kleinkredit vergeben wird, deutlich unter 10.000 Euro liegen. Außerdem wird der Begriff „Kleinkredit“ nicht von allen Kreditinstituten verwendet. Bei einigen Banken werden Ratenkredite mit eher niedriger Finanzierungssumme als „Sofortkredit“ oder „Minidarlehen“ bezeichnet.

Was Kleinkredite – ungeachtet ihrer Bezeichnung und des genauen Finanzierungsbetrags – aber gemeinsam haben, ist ihre Rückzahlbarkeit in Raten und eine vereinfachte Kreditwürdigkeitsprüfung bei ihrer Vergabe. Anders als andere Kredite haben Kleinkredite außerdem keinen festgelegten Verwendungszweck und setzen das Vorhandensein von Kreditsicherheiten nicht voraus.

Darum vergeben deutsche Banken keinen Kleinkredit bei negativem SCHUFA-Eintrag

Um den Kreditantrag eines Kreditnehmers positiv beantworten zu können, führt die Bank vor der endgültigen Kreditzusage eine Kreditwürdigkeitsprüfung durch. Geht es um einen Kleinkredit, erstreckt sich die Kreditwürdigkeitsprüfung meist auf das Einholen einer SCHUFA-Auskunft. Zusätzlich dazu fordern einige Banken außerdem die Vorlage von Einkommensnachweisen.

warndreieckGerade die Abfrage der SCHUFA-Akte soll die Bank darüber informieren, ob der Kreditinteressent in der Vergangenheit durch negatives Zahlverhalten aufgefallen ist. Außerdem gibt die SCHUFA-Akte Auskunft darüber, ob der Kreditinteressent bereits anderweitig laufende Kredite zurückzahlt.

Die SCHUFA-Abfrage dient der Bank in erster Linie dazu, das Risiko eines eventuellen Zahlungsausfalls einzuschätzen. Hat der Verbraucher nämlich bereits in der Vergangenheit Kredite nicht oder nicht pünktlich zurückgezahlt, spiegelt sich das in seinem SCHUFA-Score wider. Muss die Bank aufgrund des SCHUFA-Scores davon ausgehen, dass der Kreditnehmer das beantragte Darlehen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zurückzahlt, lehnt sie den beantragten Kleinkredit voraussichtlich ab.

Alternative: Schweizer Kredit

Wird ein Kreditantrag aufgrund negativer SCHUFA-Einträge abgelehnt, ist das für den Kreditinteressenten enttäuschend. In manchen Fällen kann die Kreditabsage Verbraucher dazu bewegen, sich nach Kreditangeboten ohne SCHUFA-Abfrage, sogenannten Schweizer Krediten, umzusehen.

Der Begriff des Schweizer Kredits hat seinen Ursprung tatsächlich in der Schweiz. Früher wichen deutsche Verbraucher zum Zwecke einfacherer Kreditabschlüsse und aufgrund des dortigen Zinsniveaus gerne auf Kredite von Banken aus der Schweiz aus. Heute hingegen wird unter einem Schweizer Kredit allgemein ein Verbraucherkredit verstanden, der ohne vorherige SCHUFA-Prüfung abgeschlossen wird. Ob der Kreditgeber tatsächlich aus der Schweiz stammt, ist für die Einstufung als Schweizer Kredit irrelevant. Vielmehr ist mit der Bezeichnung lediglich gemeint, dass die Kreditvergabe ohne Einholen einer SCHUFA-Auskunft stattfindet.

Ausländische Anbieter solcher „Schweizer“ Kreditangebote versprechen dem Kreditnehmer, bei der Kreditvergabe negative SCHUFA-Einträge außer Acht zu lassen bzw. erst gar keine SCHUFA-Abfrage vorzunehmen. Oft bedeutet das jedoch nicht, dass der Kreditgeber gar keine Informationen zur Bonität seines Darlehensnehmers verlangt.

Selbst dann, wenn ein ausländischer Anbieter einen Kreditabschluss ohne SCHUFA-Abfrage anbietet, bleiben ihm dennoch Möglichkeiten, um sich über die Bonität eines Kreditinteressenten (zumindest eingeschränkt) zu informieren. So kann beispielsweise bei ausländischen Kreditgebern regelmäßig die Vorlage von Einkommensnachweisen für den Kreditabschluss erforderlich werden. Überzeugen die vorgelegten Einkommensnachweise den Kreditgeber nicht, besteht die Möglichkeit einer Ablehnung der Kreditanfrage.

Neben den Voraussetzungen für einen Kreditabschluss unterscheiden sich auch die Konditionen des sogenannten Schweizer Kredits deutlich von denen eines „herkömmlichen“ Kleinkredits. Oft werden nur Kreditbeträge von bis zu 3.000 oder maximal 5.000 Euro schufafrei vergeben. Außerdem ist die Tilgungsdauer oft auf einen sehr kurzen Zeitraum angelegt.

Vorsicht vor unseriösen Anbietern

warndreieckVergibt eine Bank oder ein anderer Kreditgeber ein Darlehen, ohne sich vorher über Bonität und Zahlungsmoral des Kreditnehmers informiert zu haben, birgt das ein hohes Risiko. Dementsprechend verlangen Banken, die Darlehen ohne vorherige Einholung einer SCHUFA-Auskunft vergeben, oft hohe Risikoaufschläge. Der für das schufafreie Darlehen fällige, effektive Jahreszins liegt darum oft im zweistelligen Bereich – sodass die Kosten für den ausländischen Kredit teilweise mit denen eines Dispokredits vergleichbar sind.

Außerdem können sich hinter Angeboten schufafreier Kredite teilweise unseriöse Anbieter verbergen. Nicht selten kommt es beispielsweise vor, dass von solchen Anbietern vor der vermeintlichen Auszahlung einer bestimmten Kreditsumme eine Sicherheitsleistung bzw. Anzahlung auf die Rückzahlungssumme vom Kreditinteressenten verlangt wird. Ist dieser Geldbetrag jedoch erst einmal an den vermeintlichen Kreditvermittler überwiesen, kommt es nie zu einer Auszahlung des gewünschten Kleinkredites.

Für Verbraucher bedeutet das: Wurde eine Kreditanfrage von einer seriösen Bank aufgrund negativer SCHUFA-Einträge abgelehnt, ist es weder sicher noch ratsam, sich an einen eventuell unseriösen ausländischen Kreditvermittler zu wenden. Besser ist es stattdessen, die eigene Bonität langfristig zu verbessern und so die Basis für die Kreditvergabe durch eine seriöse Bank zu schaffen.

Tipps zur Bonitätsverbesserung

gluehbirneLehnt die Bank eine Kreditanfrage aufgrund negativer SCHUFA-Einträge ab, bedeutet das nicht, dass der Kreditinteressent in der Zukunft keinen Kleinkredit erhalten kann. Zum einen werden nämlich selbst negative SCHUFA-Einträge nach einiger Zeit gelöscht. Zum anderen gibt es außerdem die Möglichkeiten, die eigene Bonität selbst aktiv zu verbessern:

Zu häufige Wohnortwechsel vermeiden: Wird der Wohnort häufig gewechselt, hat das negative Auswirkungen auf die Bonität und kann so unter Umständen die Bewilligung eines Kleinkredits verhindern. Besser ist es darum, auf zu häufige oder nicht unbedingt notwendige Wechsel des Wohnortes zu verzichten.
Stets pünktlich zahlen: Werden Rechnungen unpünktlich gezahlt und Mahnverfahren eingeleitet, hat das negative Auswirkungen auf die Bonität. Das gilt selbst dann, wenn der Rechnungsbetrag im Endeffekt beglichen wird. Um die eigene Bonität zu verbessern, sollten verspätete Zahlungen vermieden und Rechnungen fristgerecht gezahlt werden.
Fehlerhafte Einträge löschen lassen: Nicht immer sind alle in einer SCHUFA- bzw. Bonitätsauskunft enthaltenen Angaben korrekt. Gelegentlich kann es zu fehlerhaften Negativeinträgen kommen. Verbraucher sollten darum regelmäßig eine kostenlose Selbstauskunft einholen, diese kontrollieren und eventuell vorhandene fehlerhafte Einträge löschen lassen.
Einen höheren Dispo beantragen: Gewährt die Hausbank einen höheren Dispokredit, wird das bei Wirtschaftsauskunfteien als positives Bonitätsmerkmal gewertet. Selbst wenn er eigentlich gar nicht benötigt wird, ist darum die Einrichtung eines höheren Dispokredits sinnvoll, um die eigene Bonität zu verbessern.

Kleinkredite ohne SCHUFA zusammengefasst

Obwohl in Deutschland keine Bank einen Kleinkredit ohne vorherige Einholung einer SCHUFA-Auskunft vergibt, bieten ausländische Anbieter solche Kredite durchaus an. Allerdings zeichnen sie sich in den meisten Fällen durch hohe Zinsen und wenig flexible Konditionen aus. Wer einen solchen Kredit trotz hoher Zinskosten und fehlender Flexibilität in Betracht zieht, sollte sich unbedingt vor unseriösen Anbietern in Acht nehmen. Insbesondere dann, wenn Anzahlungen oder Sicherheitsleistungen vor Auszahlung der Kreditsumme gefordert werden, ist Vorsicht geboten.