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Wie hoch fallen die aktuellen Festgeldzinsen aus?

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Festgeldzinsen

Auf Festgeldkonten legen Sparer eine bestimmte Summe für ein bis zehn Jahre an. Die Erträge dieser Konten – die Festgeldzinsen – stehen von vorneherein fest. Über Festgeld lässt sich dann innerhalb des vereinbarten Zeitraums nicht verfügen. Die Summe sollte deshalb im individuellen Budget auf jeden Fall entbehrlich sein. Als risikoarme Anlageform bietet sich ein Festgeldkonto für Sparer prinzipiell immer an — selbst bei den derzeit niedrigen Festgeldzinsen von 0,5 bis 1,3 Prozent für drei Jahre Laufzeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist ein großer Nachteil für Sparer.
  • Das Niveau der Festgeldzinsen ist innerhalb der letzten zehn Jahre von durchschnittlich über fünf Prozent auf unter ein Prozent gefallen.
  • Derzeit bieten Direktbanken vergleichsweise gute Zinssätze von rund 1 Prozent fürs Festgeld, weil sie selbst niedrige Kosten haben.
  • In den nächsten Jahren könnten Anleger tendenziell mit einem Zinsanstieg rechnen.

Definition von Festgeldzinsen

Bei Festgeldzinsen handelt es sich um die Rendite, die Kunden für längerfristig angelegtes Geld erhalten. Wer von seinen Ersparnissen einige Tausend Euro nicht benötigt, kann sie über ein Festgeldkonto gewinnbringend für ein bis zehn Jahre einer Bank zur Verfügung stellen. Diese kann damit arbeiten und ebenfalls Gewinne erzielen. Noch vor einigen Jahren rentierten sich Festgeldkonten vor allem deshalb, da das Niveau der Zinsen mit fünf oder sechs Prozent deutlich über dem der klassischen Sparbücher lag. Heute wirkt sich das niedrige Zinsniveau der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Anlageform aus.

Besonders riskant sind Festgeldanlagen für den Sparer nicht. In der EU ist jeder Kunde bis zu einer Einlage von 100.000 Euro abgesichert. Diese Regelung von 2011 gilt pro Kunde und Bank. Allerdings kann der Kunde in der vereinbarten Zeit nicht auf sein Geld zugreifen, falls ein finanzieller Engpass zu überbrücken ist. Sollte ein Sonderkündigungsrecht im Vertrag vereinbart sein, verlangt die Bank bei vorzeitiger Auflösung des Festgeldkontos eine Vorfälligkeitsentschädigung.

Zinsen beim Festgeldkonto

Die Zinsen beim Festgeldkonto orientieren sich wie andere Zinsen am Leitzins der EZB. Die Finanzinstitute staffeln ihre Angebote nach Laufzeit: Je höher die Laufzeit, desto höher der Zinssatz. Allerdings versprechen kurze Laufzeiten den Kunden etwas mehr Flexibilität im Umgang mit ihrem Geld. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen kann es von Nachteil sein, Geldbeträge für fünf Jahre oder länger anzulegen. Kunden profitieren bei einer derart langen Laufzeit nicht von möglichen Zinssteigerungen.

gluehbirne Tipp: Derzeit empfehlen wir aufgrund der positiven Zinsprognosen, Festgeld nicht länger als drei Jahre anzulegen. Bei entsprechend viel Kapital bietet sich die Verteilung auf mehrere Festgeldkonten mit unterschiedlich langen Laufzeiten an.

Für Festgeld entwickelten sich die Zinsen in den letzten Jahren analog zu den Hypothekenzinsen stetig nach unten. Während kleine Zinssätze für Kreditnehmer gute Voraussetzungen schaffen, sind sie für Sparer von großem Nachteil. „Günstig“ aus Sicht des Verbrauchers sind Festgeldzinsen dann, wenn der Wert möglichst groß ist — anders als im Kreditbereich. In diesem Fall profitiert der Sparer am meisten.

Wie sehen die aktuellen Festgeldzinsen aus?

Das aktuelle Zinsniveau liegt kaum über der Inflationsrate von 1,3 Prozent, meist sogar deutlich darunter. Bei seriösen Anbietern mit guten Konditionen rangiert der Zinssatz für höhere Laufzeiten in einem vergleichsweise guten Bereich.

Laufzeit Zinssatz Zinsertrag bei 10.000 € Anlagesumme Zinsertrag bei 25.000 € Anlagesumme
12 Monate 1,01 % 101 € 252,50 €
24 Monate 1,21 % 242 € 605 €
36 Monate 1,31 % 393 € 982,50 €
60 Monate 1,41 % 705 € 1762,50 €
84 Monate 1,56 % 1092 € 2730 €
Tabelle: Aktuelle Festgeldzinsen anhand eines Beispielanbieters (Stand Mai 2019)

Die Laufzeit wirkt sich positiv auf den angebotenen Zinssatz aus. Je länger die Bank mit dem Geld wirtschaften kann, desto höher ist der Ertrag für den Kunden. Die Einlagesumme nimmt in der Regel keinen Einfluss auf die Höhe des Zinssatzes. Das Beispiel zeigt jedoch deutlich, wie der endgültige Zinsertrag bei einer höheren Anlagesumme wächst.

Wo gibt es günstige Festgeldzinsen?

Verbraucherfreundliche Festgeldzinsen finden Interessenten derzeit hauptsächlich bei Direktbanken. Sie schließen ihre Geschäfte ohne Filialen ausschließlich online oder telefonisch ab. Deshalb können sie ihre Kosten niedrig halten und über die Konditionen an Sparer weitergeben. Auch Banken, die sich auf dem Finanzmarkt erst etablieren wollen, bieten Neukunden einen attraktiven Zinssatz an. Meist erwirtschaften sie mit dem angelegten Geld schnell Einnahmen, indem sie Kreditnehmern hiermit Baufinanzierungen oder Sofortkredite zur Verfügung stellen.

Vorsichtig sollten Anleger mit allzu guten Zinsangeboten ausländischer Banken sein. Teilweise liegen die Zinssätze bei 1,85 Prozent für Fünf-Jahres-Festgeld. Im nichteuropäischen Raum ist die finanzielle Stabilität einiger Länder jedoch risikobehaftet. Das zeigt sich deutlich in dem Rating, das Agenturen dem Land zuweisen. Wer einen Online-Vergleichsrechner nutzt, kann meist sofort erkennen, aus welchem Land das Angebot stammt. Viele Rechner listen zudem Kriterien auf, die sich bei der Suche nach einem passenden Festgeldkonto anwenden lassen.

Hinweis: Auch einige Banken osteuropäischer Länder sind nicht über die EU-Einlagensicherung geschützt.

Festgeldzinsen in Deutschland (Sicherheit & Steuern)

Die Bonität Deutschlands liegt bei Ratingagenturen wie Moody‘s oder Standard & Poor‘s auf höchstem Niveau. Mit der Ratingnote AAA trägt das Land die Auszeichnung „zuverlässiger Schuldner höchster Qualität“. Auch die Bonität einzelner Banken steht regelmäßig auf dem Prüfstand. Wer sichergehen will, wem er sein Geld anvertraut, kann sich in veröffentlichten Rankings gezielt informieren.

Festgeldzinsen unterliegen in Deutschland der Steuerpflicht, sofern sie oberhalb gewisser Grenzen liegen. Der Sparerpauschbetrag für sämtliche Zinseinnahmen beläuft sich derzeit auf 801 Euro für Singles und 1.602 Euro für Ehepaare. Die Bank führt die Steuern auf Kapitalerträge automatisch an das Finanzamt ab. Kunden können zu viel gezahlte Beträge über die Steuererklärung zurückerhalten (Anlage KAP).

gluehbirne Tipp: Um die Steuerabführung innerhalb der Freigrenzen zu vermeiden, sollten Kunden bereits bei Vertragsabschluss einen ausreichenden Freistellungsauftrag erteilen. Da bei Festgeldzinsen die jährliche Höhe schon bei Vertragsabschluss bekannt ist, lässt sich der Freistellungsauftrag bequem anpassen.

Sollten Kunden mehr als 100.000 Euro in ein Festgeldkonto investiert haben, greift im Ernstfall (etwa bei Insolvenz der betreffenden Bank) ein freiwilliger Einlagensicherungsfonds. In diesen zahlen zahlreiche private und öffentliche Banken jährliche Beiträge ein. Die Festgeldzinsen und Anlagesummen der Kunden sind hierzulande somit gut abgesichert.

Entwicklung der Festgeldzinsen – eine Prognose

Die EZB hat angekündigt, die Zinsen bis Ende 2019 nicht zu verändern. Für die nächsten Jahre könnten Kreditnehmer und Sparer aber mit einer Zinserhöhung kalkulieren. Vorbildcharakter hat für die EZB dabei die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Auch sie hatte infolge der Finanzkrise von 2008/09 eine Nullzinspolitik betrieben. Seit 2015 erhöhte die Bank ihre Leitzinsen in kleinen Schritten von 0,25 Prozentpunkten auf aktuell 2,25 Prozent. Die US-Wirtschaft reagierte stabil auf diesen Kurswechsel. Folgt die EZB dem amerikanischen Beispiel, ist in den nächsten Jahren mit einem schrittweisen Zinsanstieg zu rechnen.

Beim Festgeld auf weitere Konditionen achten

Obwohl günstige Festgeldzinsen 2019 rar gesät sind, ist es nach wie vor eine beliebte und sichere Anlageform. Sparer sollten auf der Suche nach dem passenden Anbieter zusätzlich auf Sonderkonditionen achten. Manche Banken winken mit einem attraktiven Neukundenbonus. Diesen sollten Interessenten bei der Frage einbeziehen, wo derzeit die besten Festgeldzinsen zu haben sind.

Die Art und Weise der Zinsauszahlung kann ebenfalls den Ertrag steigern. Zinszahlungen sind besonders profitabel, wenn sie direkt dem Anlagekonto gutgeschrieben werden. So wirkt sich der Zinseszinseffekt voll aus. Die Beträge stehen allerdings erst nach Ende der Laufzeit zur Verfügung. In der Regel wandern die Zinszahlungen aber jährlich auf ein vorher festgelegtes Referenzkonto.