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Wahl einer PKV

Bei der Wahl eines privaten Krankenversicherungsunternehmens gilt es, eine Reihe von Faktoren zu beachten, bevor die endgültige Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Anbieter fallen kann. Nicht zuletzt gilt auch, dass man sich einen tatsächlichen Kostenüberblick für einen Vergleich verschiedener Anbieter erst dann verschaffen kann, wenn mehrere auf die individuelle Situation ausgerichtete Angebote vorliegen.

Der Auswahlprozess ist meist aufwendig und sollte nicht übereilt erfolgen. Im privaten Sektor ist es von großer Bedeutung, möglichst auf Anhieb den geeigneten Krankenversicherer zu finden, da sich ein Wechsel insbesondere in einem fortgeschrittenen Lebensalter in vielen Fällen kaum noch lohnt und zu finanziellen Verlusten führen kann. Ein Grund hierfür ist, dass Altersrückstellungen nur unter bestimmten Bedingungen in den neuen Tarif mitgenommen werden können.

Junge Versicherungsunternehmen und Tarife
Auf dem Versicherungsmarkt findet sich eine Vielzahl von Versicherungsunternehmen und Tarifen, zwischen denen sich der Interessent entscheiden muss. Um eine stabile Beitragsentwicklung gewährleisten zu können, muss es dem jeweiligen Versicherungsanbieter wirtschaftlich gut gehen. Folgende grundsätzliche Aspekte sollten vor der Einholung von Angeboten bedacht werden:
 

  • Junge Versicherungsanbieter haben tendenziell auch jüngere Mitglieder, die im Allgemeinen gesünder sind als ältere. Daher können diese Anbieter oft überproportional günstige Tarife anbieten oder aber sie sorgen besonders gut für die Zukunft ihrer Mitglieder vor, indem sehr hohe Altersrückstellungen gebildet werden.
     
  • Das Risiko junger Anbieter besteht jedoch darin, dass ihre zukünftige Lage schwer einzuschätzen ist. Unter Umständen kommt es zu einer Fusion mit einem anderen Unternehmen, wenn die Wirtschaftlichkeit langfristig nicht erhalten bleibt.
     
  • Im Fall sehr günstiger Einstiegsbeiträge besteht ein großes Risiko, dass es zu überdurchschnittlichen Beitragserhöhungen in den Folgejahren kommt, da die Altersrückstellungen zu gering sind.
     
  • Da die Beitragsentwicklung immer vom jeweiligen Tarifkollektiv abhängt, bieten junge Tarife den Vorteil, dass ihre Beiträge zunächst sehr niedrig ausfallen; schließlich sind die betreffenden Mitglieder meist ebenfalls relativ jung.
     
  • Auch sind in jüngeren Tarifen innovative Gestaltungsoptionen möglich, wie beispielsweise verschiedene Selbstbehalte, die bei länger bestehenden Tarifen unter Umständen noch nicht vorgesehen waren.
     
  • Für ältere Tarife besteht die Gefahr einer Überalterung, sodass nur noch Mitglieder mit erhöhtem Risikopotenzial dort verbleiben und die gesünderen abwandern.

Vergleich und Auswahl
Für die Wahl einer privaten Krankenversicherung sollte man grundsätzlich mehrere Angebote anfordern und vergleichen. Dabei ist es besonders von Bedeutung, dass man die Tarife identischer Leistungen gegenüberstellt, um so einen realistischen Vergleich zu erhalten.

Sinnvoll ist es auch, in direkten Kontakt mit den Versicherungen oder entsprechend der jeweiligen Zusatzversicherung wie Brillenzusatzversicherung, Zahnzusatzversicherung oder Krankentagegeldversicherung zu treten, deren Angebote einem am meisten zusagen, um so die passenden Informationen zu erhalten und vergleichen zu können. Hierbei sind neben dem Versicherungsumfang und den Konditionen vor allem die Beiträge der spezifischen Personengruppe zu beachten, zu welcher der Versicherungsnehmer gehört. Bestehen Vorerkrankungen, sollte man dies der Versicherung schon vorher mitteilen, da so eventuell Sonderkosten im letztendlich zu zahlenden Tarif anfallen können.

Ein kostenloser Vergleich im Internet bietet sich an. Diese Variante ist mit dem geringsten Aufwand verbunden und der Versicherungsnehmer kann sich schnell einen Überblick verschaffen. Hinzu kommt, dass Internetvergleiche aktuelle Auskünfte bezüglich einer Branche geben können, deren Angebote sich laufend ändern. Weitere Informationen zur PKV finden sich hier.

Weitere Vergleichsmöglichkeiten sind:

  • Bewertungen und Gegenüberstellungen, die in (Fach-)Zeitschriften veröffentlicht werden.
  • Umfassende Hintergrundinformationen und Vergleiche, die für Branchenkenner wie Versicherungsvermittler herausgegeben werden. Dies ist insbesondere für die Frage der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens von Bedeutung.


Probeantrag
Ein letzter Schritt ist die Möglichkeit eines Probeantrags. Dieser entspricht im Grunde einem „tatsächlichen“ Antrag auf Mitgliedschaft bei einem konkreten Anbieter, wird aber nicht als solcher gewertet und kann bei mehreren Versicherern gestellt werden. Somit hat ein Kandidat, der beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen Ablehnung oder Risikozuschläge zu erwarten hat, eine genaue Übersicht über die zu erwartenden Kosten. Des Weiteren muss er bei einem Probeantrag - im Gegensatz zu einer tatsächlichen Antragstellung - eine eventuelle Ablehnung, die er bei der Antragstellung bei einer anderen Gesellschaft erhalten hat, nicht angeben; dadurch verringert sich das Risiko einer Ablehnung beim Probeantrag. Eine tatsächlich erhaltene Ablehnung würde das Risiko einer erneuten Ablehnung erhöhen.

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