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Notfallausweis

Bei einem Notfallausweis handelt es sich um ein Dokument im Scheckkarten- oder Heftchenformat, das im schlimmsten Fall lebensrettend sein kann. In rund 80 Prozent aller Fälle finden die Rettungsdienste keine oder nur unzureichende Informationen über das Opfer vor. Das Dokument ist bei verschiedenen medizinischen Organisationen sowie bei Krankenkassen erhältlich. Teilweise wird dafür eine Gebühr fällig. Der Ausweis sollte in der Geldbörse oder Brieftasche mitgeführt werden. Der beste Platz ist beim Personalausweis, denn danach suchen die Helfer zuerst. Die Wichtigkeit eines solchen Ausweises wird immer größer, denn besonders bei jungen Menschen nehmen Allergien, Asthmaerkrankungen und Diabetes immer mehr zu.

Im Ausweis sind neben den persönlichen Daten auch Angaben dazu enthalten, wer bei einem Unfall zu benachrichtigen ist. Wichtige Informationen zu Herzerkrankungen, Schrittmachern, Bluthochdruck, Epilepsie, Nierenerkrankungen und Atemwegserkrankungen sind in dem Ausweis enthalten. Auch Hinweise zur Antikoagulation, also zur blutverdünnenden Therapie, dürfen nicht fehlen. Weitere Informationen gelten eventuellen Allergien, diese sind besonders wichtig in Hinsicht auf Medikamente, die verabreicht werden. Ebenfalls erwähnt werden sollte eine Hämophilie, also eine Bluterkrankheit. Schließlich können Angaben zur Blutgruppe sowie zu einer vorhandenen Osteoporose gemacht werden. Für Brillenträger existiert ein gesonderter Bereich, wobei auch auf Kontaktlinsen eingegangen wird. Wichtig für die behandelnden Mediziner im Notfall sind auch Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden. Des Weiteren sollten wichtige Operationen, fehlende Organe, Transplantationen, abnehmbare Prothesen und ähnliches im Notfallausweis eingetragen sein.

Die Deutsche Herzstiftung weist auf die Wichtigkeit eines Notfallausweises hin und informiert, dass rund zwei Millionen Menschen in Deutschland an einer Herzerkrankung leiden. Ein solcher Ausweis kann im Notfall lebensrettend werden, denn bei Herznotfällen geht es um jede Sekunde. Die Betroffenen sind oftmals bewusstlos und die Angehörigen aufgeregt und daher nicht in der Lage, den Ärzten die entsprechenden Auskünfte zu geben. Daher ist es wichtig, diesen Notfallausweis ständig bei sich zu tragen, damit die Mediziner schnell an die notwendigen Informationen gelangen. Angaben zur Diabetes mellitus oder zu Funktionsstörungen der Nieren – beides häufig vorkommende Probleme bei Herzkranken – spielen in der Notfalltherapie bei Herzpatienten eine große Rolle.

Es werden auch Notfallausweise mit integriertem Organspendeausweis angeboten. Diesen dürfen auch schon Minderjährige ausfüllen; nach dem Transplantationsgesetz dürfen Personen ab 14 Jahren einer Organspende widersprechen. Ab 16 Jahren darf man seine Bereitschaft zu einer Organspende in Organspendeausweis bestätigen.

Besonders wichtig sind Notfallausweise für Kinder, daher werden auch spezielle Kinder-Notfallausweise angeboten. Die Unfallquote bei Kindern ist in Deutschland im europaweiten Vergleich besonders hoch. Kinder sind im Falle eines Unfalls durch Unfallschock nicht in der Lage, Angaben zu ihrer Person oder Angehörigen zu machen. Der DEUTSCHE KINDER UNFALLSCHUTZ e. V. weist in vielen Aktionen auf die Bedeutung eines solchen Ausweises hin und informiert die Eltern dazu.

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