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Nosoden

Nosode ist ein Begriff, der aus dem griechischen Wort „nosos“, welches für das Wort Krankheit steht, abgeleitet wurde. Unter Nosoden sind nach homöopathischen Prinzipien aufbereitete Mittel zu verstehen. Das Besondere an den Nosoden ist zugleich das, was sie von allen anderen homöopathischen Mitteln unterscheidet. Die Wahl ihrer Ausgangssubstanzen findet nicht, wie sonst in der Homöopathie üblich, nach dem Ähnlichkeitsprinzip von Hahnemann („similia similibus curentur“) statt, sondern nach dem Grundsatz „Aequalia aequalibus curentur“ (dasselbe was eine Krankheit hervorruft, heilt sie). Als Erster behandelte nach diesem Grundsatz 1920 der Leipziger Tierarzt Wilhelm Lux. Er ersetzte ein fehlendes Simile, indem er gegen die Räude einem erkrankten Tier Blut, und einem an Rotz leidenden Tier Nasenschleim entnahm. Diese Substanzen potenzierte er bis zu einer C30 Potenz und erzielte mit diesem „Aequale“ anscheinend den erhofften Erfolg.

Viel später, nämlich im Jahre 1831 prägte der amerikanische klassische Homöopath Constantin Hering den Begriff der Nosoden. Als erster Homöopath verwendete er die Produkte oder Ausscheidungen seiner kranken Patienten um ein passendes Simile (homöopathisches Mittel) herzustellen. Hering wollte unter dem Begriff Nosoden Krankheitsprodukte und insbesondere die darin enthaltenen Salze verstanden wissen. 1833 führte er den Begriff Nosoden in die Materia medica ein. Hahnemann stand den Methoden von Wilhelm Lux und Constantin Hering zunächst sehr skeptisch bis ablehnend gegenüber, korrigierte seine Haltung jedoch 1856 in der vierten Ausgabe seines Organons.

Heute sind Nosoden ein in der Homöopathie oft verwendetes Mittel. Sie werden aus Blut, Eiter, kranken Zellen und Organen sowie körpereigenen Sekreten oder Exkreten hergestellt. Sie werden in hohen homöopathischen Potenzen verabreicht. C30, C200 und die LM-Potenzen sind dafür am gebräuchlichsten. Diese Potenzen werden oft als Verdünnungen bezeichnet, da in ihnen keine Substanz des Ausgangsstoffes mehr nachweisbar ist. Der Begriff Verdünnung wird von Homöopathen jedoch für unangebracht gehalten und nicht verwendet. Sie vertreten die Überzeugung, dass durch das besondere Verfahren des Potenzierens, die gewünschten Wirkstoffe auf die Trägersubstanz (zum Beispiel Milchzucker oder Alkohol) in Gestalt einer Information übergehen.

Wichtige und häufig verwendete Nosoden sind heute auch als Fertigmittel erhältlich. Zu den Bekanntesten zählen Psorinum, Syphilinum, Tuberculinum bovinum Kent und Medorrhinum. Eine andere Möglichkeit zur Herstellung des passenden Mittels ist die Verwendung von körpereigenem Material des Patienten. Die so gewonnenen Mittel werden entweder eingenommen oder als Spritze verabreicht. Einige dieser Mittel werden als sogenannte Reaktionsmittel oder auch zur Entgiftung angewendet. Wird eine Nosode als Entgiftungsmittel verwendet, ist die gleichzeitige Verabreichung von Drainagemitteln üblich, um die Ausscheidung der gelösten Gifte anzuregen.

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