Krankheitskosten
Krankheitskosten umfassen jegliche Ausgaben, die im Rahmen des Krankheitswesens getätigt werden. Das heißt, Krankheitskosten entstehen im unmittelbaren Zusammenhang durch medizinische Heilbehandlungen, Pflege- und Rehabilitationsmaßnahmen als auch Präventionsmaßnahmen. Einerseits werden dazu die ärztlichen Behandlungs- und Medikamentenkosten gezählt und andererseits aber auch die Verwaltungsgelder, welche innerhalb des Gesundheitswesen für die Krankheitskosten aufgewendet werden müssen. Hingegen bleiben nichtmedizinische Aufwendungen, wie unentgeltliche Pflege von Angehörigen in der Berechnung unberücksichtigt.
Aufgeschlüsselt werden die gesamten Krankheitskosten nach verschiedenen Faktoren, wie Erkrankung, Geschlecht, Alter und Einrichtung des Gesundheitswesens. Damit wird gewährleistet, dass Rückschlüsse auf die ökonomische Bedeutung bestimmter Krankheiten sowie der Einfluss des demografischen Wandels gezogen werden können.
Wird von Krankheitskosten gesprochen, meint dies die laufenden Gesundheitsausgaben in Deutschland. Diese stehen den gesamten Gesundheitsausgaben gegenüber. Diese beinhalten zusätzlich die Investition im Gesundheitswesen, welche aufgrund ihres Vorleistungscharakters innerhalb der Krankheitskosten nicht berücksichtigt werden, sowie die Ausbildungs- und Forschungsleistungen. Damit überragen die gesamten Gesundheitsausgaben die Krankheitskosten um zehn Millionen Euro.
Um einen aussagekräftigen Überblick über die Kosten und Ausgaben im Gesundheitssektor zu erhalten, werden anhand der Krankheitskosten Statistiken erstellt. Diese sollen Auskunft darüber geben, welche Erkrankungen die höchsten Kosten hervorrufen. Hierbei stehen fast jedes Jahr chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf Leiden. Daneben sind es Magen-Darm Erkrankungen und Behandlungen durch den Zahnarzt, die mit die höchsten Krankheitskosten verursachen. Insgesamt sind in dem Zeitraum zwischen 2002 und 2008 die Krankheitskosten auf 254,3 Milliarden Euro gestiegen, was ein Zuwachs von 16 Prozent bedeutet. Besonders haben dabei die Aufwendungen für Verhaltungsstörungen sowie psychische Erkrankungen zugenommen, welche in den letzten sechs Jahren um den Betrag von 5,3 Milliarden Euro angestiegen sind. Allein die Krankheitskosten für die Behandlung von Depressionen und Demenz haben sich hierbei auf 3,5 Millionen Euro erhöht.
Um diese Krankheitskosten zu decken, bietet die private Krankenversicherung sogenannte Krankheitskostenvollversicherungen an. Die bieten anders als Krankheitskostenteilversicherungen eine umfangreiche Absicherung für jegliche Krankheiten. Voraussetzung für den Abschluss einer solchen Kranken-Vollversicherung ist, dass man von der Versicherungspflicht befreit ist. Diese garantiert dem Versicherungsnehmer im krankheitsfall ein umfassendes und an die individuellen Bedürfnisse angepasstes Leistungsspektrum.
Im Gegensatz dazu hat die Krankenkostenteilversicherungen nur einen begrenzten Versicherungsschutz, welcher lediglich für die bei Vertragsabschluss vereinbarten Teilbereiche der ärztlichen Behandlung gilt. Diese wird häufig für Zahnbehandlungen oder auch Krankenhausaufenthalte abgeschlossen. Damit können auch gesetzlich Versicherte von den Vorteilen der privaten Krankversicherung im Rahmen einer Zusatzversicherung profitieren.
