Krankenkassen privat
In Deutschland haben die Bürger die Möglichkeit sich bezüglich der Krankenkassen privat oder gesetzlich zu versichern. Die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse ist in Deutschland nicht nur verpflichtend, sondern gehört zu den wichtigsten Versicherungen, die ein Mensch besitzen kann. Sie übernimmt im Krankheitsfall die Arzt- und Klinik-Kosten und gewährleistet, dass für jeden Bundesbürger eine Versorgung im Krankheitsfall besteht.
In Deutschland gibt es zwei Arten von Krankenversicherungen. Man unterscheidet zwischen Krankenkassen privat und gesetzlich. Hierbei gibt es erhebliche Unterschiede sowohl im Bereich der Beiträge als auch in Bezug auf die Leistungen. Auch müssen sich die beiden Systeme nicht grundsätzlich ausschließen, da man zu einer gesetzlichen Versicherung für spezielle Fälle zusätzlich Mitgliedschaften in Krankenkassen privat abschließen kann. In diesem Fall handelt es sich um Zusatzversicherungen wie zum Beispiel eine Auslandskrankenversicherung.
Neben diesen Spezial-Leistungen bieten Krankenkassen privat jedoch auch eine Vollversicherung an, die wiederum nur bestimmten Berufsgruppen und gut Verdienenden – genaue Verdienstgrenzen sind dem aktuellen Gesetzestext zu entnehmen – zur Verfügung steht. Dem Versicherten bei einer privaten Krankenkasse steht dann ein breites Spektrum an Leistungen zur Verfügung. Vor Abschluss eines Vertrages sollte jedoch genau geprüft werden, welche Art von Leistungen von dem Versicherungsvertrag abgedeckt werden, da es hier große Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen gibt. Generell sollte der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenkasse gut überlegt sein, da die gesetzlichen Krankenkassen Rückkehrer nur dann wieder aufnehmen, wenn eine Versicherungspflicht eintritt, in eine Familienversicherung eingetreten werden kann und die Versicherten nicht älter als 55 Jahre sind.
Die zu leistenden Beiträge sind bei privaten Krankenkassen, im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassentarifen, nicht an das Einkommen des Versicherten gekoppelt. Die privaten Krankenkassen erheben ihre Beiträge nach einem System, das den Versicherten in verschiedene Kategorien einordnet, nach welchen sich letztendlich die Höhe des Beitrages ermitteln lässt. Entscheidend bei diesen Kategorien ist das Geschlecht (Frauentarife liegen aufgrund der höheren Lebenserwartung und des Risikos im Rahmen von Schwangerschaft und Geburt meist über den Tarifen für Männer), das Eintrittsalter, der aktuelle Gesundheitszustand sowie der Beruf.
Ein niedriges Eintrittsalter wirkt sich besonders positiv auf die Gestaltung des Tarifs aus, während die Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe mit hohem Verletzungs- beziehungsweise Erkrankungsrisiko zu Risikoaufschlägen führt. Auch eine bekannte Vorerkrankung treibt die Gebühren schnell in die Höhe. Ebenfalls ein Resultat der einkommensunabhängigen Tarife ist die Tatsache, dass bei Krankenkassen privat die Gebühren mit der Verrentung des Versicherungsnehmers nicht sinken, sondern weiterhin den Markt abhängigen Teuerungsraten unterliegen.
