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Demographische Entwicklung

Die demographische Entwicklung gibt an, wie sich die Bestände einer Bevölkerungsgruppe verändern bzw. wie sich die Besiedlung eines bestimmten Territoriums entwickelt. Als entscheidende Ursachen, die zu der demographischen Entwicklung einer Bevölkerung beitragen, sind die sozialen Lebensumstände der Menschen und die ökologischen Ressourcen zu nennen.

In Deutschland ist hierbei eine sinkende Geburtenrate der Grund dafür, dass die Bevölkerungsdichte – nach aktuellem Wissensstand der Forschung – ab dem Jahr 2012 abnehmen wird. Die Ursachen, dieser als weitläufig negativ betrachteten Tendenz, sind hauptsächlich sozialer Natur. Die Rate der Geburten ist niedriger, als die Sterberate der Bevölkerung. Die älteren Menschen leben demnach länger. Da die Anzahl an jungen – bzw. gebärfähigen – Frauen von Generation zu Generation abnimmt, können nicht mehr so viele Kinder geboren werden. Prognosen für Deutschland sagen aus, dass dieser Trend fortwähren wird. Wurden beispielsweise in den 1960er Jahren noch über eine Million Geburten pro Jahr registriert, so sind es heute weit weniger als 700.000 neugeborene Kinder jährlich. Der Anteil an älteren Menschen wird weiter zunehmen, da die Lebenserwartung seit vielen Jahren kontinuierlich ansteigt.

Im Bereich der Altersvorsorge hat die demographische Entwicklung einen entscheidenden Einfluss auf die gesetzliche Rentenversicherung. Das Rentenalter in Deutschland wird dementsprechend weiter nach oben angesetzt werden müssen. Arbeitnehmer müssen länger arbeiten, um das Rentenalter zu erreichen. Darüber hinaus werden niedrigere Rentenbeträge ausgezahlt, da junge, erwerbstätige Arbeitnehmer in der erforderlichen Anzahl, um das Rentensystem zu stützen, in der Menge geringer werden.

Der soziale Wertewandel innerhalb der Gesellschaft ist ein entscheidender Punkt aus dessen Konsequenz sich eine niedrigere Geburtenrate ableiten kann. Traditionelle Werte und Institutionen wie die Familie werden vernachlässigt. Die steigende Anzahl an Singlehaushalten ist nur einer von zahlreichen weiteren Faktoren. Fakt ist, dass familiäre Stabilität zu Gunsten von anderen Werten, wie der Orientierung an Erlebnissen und dem primären Streben nach materieller Sicherheit vermehrt an Akzeptanz innerhalb der deutschen Bevölkerung verliert.

Hinzu kommt die Tatsache, dass weibliche Arbeitnehmer im Vergleich zu früheren Jahren bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. So stellen junge Frauen nicht mehr wie zur Mitte des 20. Jahrhunderts lediglich den Anspruch an sich selbst, eine Familie zu gründen und eine Mutter von vielen Kindern zu werden. Der Karrieregedanke übertrifft hier – wie anhand von  Statistiken belegt werden kann – den Wunsch nach Kindern. Hier muss es Anspruch der Politik sein, dafür Sorge zu tragen, dass Familie und Beruf sich nicht gegenseitig ausschließen müssen, sondern vielmehr ergänzen.

Der Trend zu immer weniger Geburten und einer höheren Sterberate ist nicht nur in Deutschland zu betrachten. Die demographische Entwicklung in allen wohlhabenden Gesellschaften ähnelt der in Deutschland.

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