Altersdemenz
Demenz ist im Grunde die Beeinträchtigung eines Betroffenen in emotionalen, kognitiven und sozialen Bereichen. Einen allgemeingültigen Krankheitsbegriff kann man ihr jedoch nicht zuordnen. Altersdemenz wirkt sich vor allem im beruflichen und sozialen Umfeld aus. Meist geht ihr eine diagnostizierende Erkrankung des Gehirn voraus. Symptomatisch ist vor allem die Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses und des Denkvermögens. Oftmals sind auch Motorik, Sprache und Persönlichkeitsstrukturen beeinträchtigt. Letzteres umfasst das Verlieren von erworbenen Fähigkeiten sowie den Verlust der Fähigkeit, Dinge zu begreifen und zu erlernen. Einige Formen der Demenz sind inzwischen behandelbar. So können beispielsweise die Symptome im Anfangsstadium hinausgezögert werden.
Die am meisten verbreitete Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Zu Beginn der Erkrankung erfolgen Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und auch die Merkfähigkeit nimmt deutlich ab. In dem darauffolgenden Stadium nimmt auch der Umfang des Langzeitgedächtnisses ab. So vergisst der Betroffene auch vor langer Zeit bereits eingeprägte Dinge und Fähigkeiten. Nicht nur das Gedächtnis ist betroffen. Auch die Orientierung und die Entscheidungsfähigkeit nehmen ab.
Nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) muss der Betroffene sechs Monate lang diese Symptome aufweisen, damit die Diagnose gestellt werden kann. Bei der Alzheimer-Krankheit begleiten auch Änderungen in der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens und auch der Motivation die kognitiven Veränderungen.
Im DSM-IV ist eine ähnliche Definition vorhanden. So werden auch hier die Leistungsverschlechterungen eines früheren Niveaus in den Vordergrund gestellt. Die Störungen des Gedächtnisses gehen mit weiteren Störungen einher:
Aphasie (Sprachstörungen)
Apraxie (motorische Einschränkungen)
Agnosie (Gegenstände können nicht mehr identifiziert oder wieder erkannt werden)
Dysexekutives Syndrom (reduzierte Fähigkeit zu Planen, Organisieren und Einhalten von Reihenfolgen)
Das Risiko, an Altersdemenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Die Berliner Altersstudie (1996) hat einen Altersgruppenschlüssel erstellt, der sich wie folgt aufteilt:
65-69-Jährige: 1,2%
70-74-Jährige: 2,8%
75-79-Jährige: 6,0%
80-84-Jährige: 13,3%
85-89-Jährige: 23,9%
über 90-Jährige: 34,6%
Wie diese Studie herausgefunden hat, ist der größte Risikofaktor einer Erkrankung das zunehmende Alter. Dass Frauen häufiger erkranken, wird darauf zurückgeführt, dass sie eine um mehrere Jahre höhere Lebenserwartung haben. Auch Depressionen werden als Risiko angesehen. Diese können der Demenz vorausgehen oder auch in dem Anfangsstadium der Erkrankung auftreten. Jedoch wird oftmals bei älteren Menschen fälschlicherweise Altersdemenz diagnostiziert, obwohl die Symptome psychisch bedingt sind.
Die Behandlung von Demenz ist nach wie vor schwierig. Daher wird der Schwerpunkt vor allem auf Prävention, also auf die Eingrenzung der Risikofaktoren, gelegt. Bewährt hat sich hierbei das Vermeiden von kardiovaskulären Risikofaktoren, die Unterstützung der physischen Aktivität durch Sport, soziales Engagement, Kontrolle des Körpergewichts und das frühzeitige Erkennen und Behandeln von Depressionen.
