Die PKV für Männer
Kriterien der Tarifwahl
In der privaten Krankenversicherung gibt es bestimmte Tarife, die sich eher für Männer und für Frauen eignen. Bei der Wahl eines bestimmten Tarifs sollten sich sowohl Männer als auch Frauen verschiedene Faktoren beachten: Alter, Vorerkrankungen, gewünschte Leistungen wie Alternativmedizin und Leistungen eines Heilpraktikers, Chefarztbehandlung, Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und gegebenenfalls in Privatklinik, Höhe der Erstattung im Zahnbereich, insbesondere Zahnersatz, Höhe des möglichen Selbstbehalts, Bedingungen der Beitragsrückerstattung, Hilfsmittelerstattungen insbesondere bei Sehhilfen, Höhe des Krankenhaustagegeldes beziehungsweise Ersatzkrankenhaustagegeldes und psychotherapeutische und physiotherapeutische Behandlungen, sowie Krankenversicherungsschutz im Ausland und Krankenrücktransport.
Kosten und Umlegung besonderer Kosten
Häufig ist eine private Krankenversicherung für Männer etwas preisgünstiger. Der Grund hierfür liegt in darin, dass die Gesundheitskosten geringer sind, die durch Männer in jungen Jahren und im mittleren Lebensalter entstehen. Männer gehen in diesen Lebensjahren seltener zum Arzt und nehmen in dieser Zeit allgemein betrachtet weniger Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch als Frauen. Im Gegensatz dazu sind die Kosten bei Männern für Behandlungen und Untersuchungen im Alter höher als bei Frauen. Die ärztliche Behandlung von Männern ab ungefähr 50 Jahren ist für den Versicherer meist teurer als die Aufwendungen, die für weibliche Versicherte in diesem Alter erbracht werden müssen. Die Prämien der privaten Krankenversicherung für Männer sind demzufolge in jungen Jahren geringer als vergleichsweise im höheren und hohen Alter.
Die privaten Versicherer legen der Berechnung der Prämien ihrer Versicherungsnehmer statistische Werte zu Lebenserwartung und Inanspruchnahme bestimmter Gesundheitsleistungen in den einzelnen Lebensphasen zugrunde. Die Vorsorge, die von Frauen in jungen und mittleren Jahren in Anspruch genommen wird, ist sehr oft die bei einem Gynäkologen sowie Untersuchungen der Schwangerenvorsorge oder wegen Mutterschaft. Einige Versicherer hatten in der Vergangenheit aus diesem Grund für Frauen teurere Tarife angeboten. Der Diskussion darum, dass Frauen und Männer von privaten Krankenversicherern ungerechtfertigt unterschiedlich behandelt werden, wurde dadurch Rechnung getragen, die durch Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschaft und wegen Entbindung von Frauen entstehenden Kosten auf alle PKV Versicherten des jeweiligen Versicherers mehr und mehr umzulegen. Diese Neuerung wurde zu Beginn des Jahres 2008 vom Bundesaufsichtsamt für Finanzen gesetzlich festgelegt. In diesem Fall greift das AGG, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Die Versicherer führten Unisex-Tarife ein, um dieser Neuregelung gerecht zu werden.
Kriterien der Tarifgestaltung
Besondere Tarife mit einem umfangreichen Spektrum an Leistungen sind aber dennoch auch für Männer teurer als beispielsweise der Basistarif, dessen Leistungsumfang im ambulanten, stationären und zahnärztlichen Bereich mit dem einer gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar ist. Auch bei vielen oder speziellen Vorerkrankungen kann der Tarif für Männer etwas teurer sein, da in diesen Fällen ein höheres Krankheitsrisiko besteht. Die Grundlage für die Prämienberechungen stellt zum Teil die Kalkulation der Gesundheitskosten für einen dreißigjährigen männlichen Versicherten ohne Vorerkrankungen dar. Bei der Vielzahl der möglichen Tarife und Ergänzungsversicherungen orientiert sich der Versicherer an den Wünschen der zu versichernden Personen, um Tarife anzubieten, die spezielle Bedürfnisse abdecken. Bei Männern und Frauen ist allerdings auch das Versicherungseintrittsalter von Bedeutung.
