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Vor- und Nachteile des jeweiligen Systems

Hat man sich einmal für die private Krankenversicherung (PKV) oder die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) entschieden, ist ein Wechsel meist nur noch unter ganz bestimmten Umständen möglich. Vor jedem Vertragsabschluss empfiehlt es sich deshalb, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Versicherung abzuwägen.

Vorteile der GKV:
 

  • keine Gesundheitsprüfung vor Vertragsabschluss, folglich keine höheren Beiträge für chronisch Kranke und Risikopatienten
     
  • Beitragsbefreiung bei Mutterschaft und Elternzeit bei vollem Leistungsumfang
     
  • Kostenlose Mitversicherung für Kinder und Ehepartner unter bestimmten Voraussetzungen
     
  • Keine Vorkasse nötig, Abrechnung direkt zwischen Arzt und Kasse
     
  • Präventionsleistungen wie Kuren und Impfungen im Leistungsumfang enthalten
     
  • Rehabilitation, Haushaltshilfe, Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit, Mutterschaftsgeld möglich 


Neben denjenigen, die ohnehin in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, eignet sich diese Kassenart in der Regel für:
 

  • Chronisch Kranke und andere Risikopatienten, denn in der PKV drohen höhere Beiträge und Leistungsausschlüsse
  • Familien mit mehreren Kindern
  • Geringverdiener
  • Frauen ab einem Alter von etwa Ende 30 und Männer ab circa Ende 40



Nachteile der GKV
Besonders nachteilig ist die eingeschränkte Wahlmöglichkeit bei Krankenhaus und Arzt. Die GKV hat sogenannte Vertragsärzte und –kliniken. Was die stationäre Behandlung angeht, so ist zudem meist das nächstgelegene Krankenhaus aufzusuchen. Auch das Leistungsspektrum ist weniger umfangreich als in der privaten Krankenversicherung (PKV). Die Grundversorgung ist zwar in jedem Fall abgedeckt, meist sind jedoch Zuzahlungen zu leisten, wie im Fall von Medikamentenverschreibungen und stationären Aufenthalten. Auch eine Kostenübernahme bei besonderen Behandlungsformen, wie Anwendungen eines Heilpraktikers, ist normalerweise ausgeschlossen.

Private Krankenversicherung Vorteile
Die Leistungen der privaten Krankenversicherung sind sehr vielfältig. Es wird ein größerer und flexiblerer Leistungsumfang geboten. Es sollten für die private Krankenversicherung Vorteile und Nachteile abgewogen werden. Die Vorteile sind die folgenden:

  • Beiträge werden nicht nach dem Einkommen berechnet, sondern nach Alter, Gesundheitszustand und Geschlecht
  • Freie Arzt- und Krankenhauswahl, Privatkliniken inbegriffen
  • Garantierte Leistungen im Versicherungszeitraum, welche nicht durch das Unternehmen gestrichen werden können
  • Individuelle Leistungsgestaltung möglich, zum Beispiel Heilpraktiker, Brillen, Zahnersatz
  • Keine Zuzahlung bei Medikamenten
  • Beitragsrückerstattung bei Nichtinanspruchnahme von Leistungen
  • Keine lange Bindung an den Leistungsträger


Ähnliches gilt für Zusatzversicherungen wie Pflegekostenversicherung und Zahnzusatzversicherung.

Die PKV eignet sich in der Regel für folgende Personen:

  • Beamte, da diese in der GKV unabhängig vom Einkommen immer den Höchstsatz zahlen müssten und der Staat eine Beihilfe von 50-80 % der Heilkosten für den Versicherten und seine unterhaltsberechtigten Angehörigen übernimmt, also nur noch eine Restversicherung notwendig ist
  • Gesunde, gut verdienende, alleinstehende Personen ohne Kinder
  • Möglichst junge Männer
  • Menschen, die sich oft im Ausland aufhalten


Nachteile der PKV
Als nachteilig erweist sich bei dieser Kassenart, dass weder Kinder noch Ehepartner mitversichert werden. Daher lohnt sie sich für Familien mit mehreren Kindern meist nicht, außer der Versicherte ist Beamter. Auch gibt es weder Mutterschaftsgeld, noch eine Freistellung von den Beiträgen in dieser Zeit.

Die Gesundheitsprüfung, die vor Vertragsabschluss erforderlich ist, führt bei Menschen mit beeinträchtigtem Gesundheitszustand, Vorerkrankungen oder zunehmendem Alter zu Risikozuschlägen und Ausschluss bestimmter Leistungen. Unter Umständen kann ein Vertragsabschluss sogar abgelehnt werden. Je nach persönlichen Erfordernissen wird außerdem eine Wartezeit von drei Monaten angesetzt. Bei Zahnersatz, Entbindung und Psychotherapie gilt eine gesonderte Wartezeit von üblicherweise acht Monaten. Aus diesem Grund ist für größere Familien, Geringverdiener, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen oder beeinträchtigtem Gesundheitszustand die GKV meist die günstigere Wahl und nicht die private Krankenversicherung. Vorteile und Nachteile müssen im Einzelnen betrachtet werden.

Zudem sollte unter Umständen das System der Vorfinanzierung in die Überlegungen mit einfließen. Die Kosten müssen im Normalfall zunächst selbst bezahlt werden, die Erstattung durch die PKV erfolgt später.
 

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