Kleingedrucktes: Verbraucher verstehen nur Bahnhof!
Viele Verbraucher fühlen sich durch unverständliche Produktinformationen überfordert. Das Kleingedruckte auf Lebensmittelpackungen, in Beipackzetteln oder Geschäftsbedingungen von Versicherungen bereitet insbesondere älteren Menschen große Schwierigkeiten, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa feststellte.
Verständlichkeit als Mangelware
Für die Forsa-Umfrage wurden Ende letzten Jahres insgesamt 2600 volljährige Verbraucher befragt, die sich dazu äußern sollten, wie verständlich die Produktinformationen aus den Bereichen Steuererklärung, Versicherung, Bank, Mobilfunk, Strom, Lebensmittel und Arzneimittel gestaltet sind. Die Studie förderte dabei viele Beschwerden über Kauderwelsch und Wort- bzw. Satzungetüme zutage. Joachim Koschnicke, Forsa-Geschäftsführer, zieht ein bedenkliches Resümée aus der Studie: „Jedem dritten Bürger begegnen im Alltag häufig schwer verständliche Informationen.“
Unverständlichkeit vor allem für Ältere problematisch
Vor allem für die Umfrageteilnehmer über 60 Jahre stellten die Informationen aus dem Kleingedruckten eine Herausforderung dar. Von ihnen gaben etwa 40 Prozent an, im Alltag häufig oder sehr häufig auf „schwer verständliche Informationen“ zu stoßen. Die Rangliste der Unverständlichkeit wird von der Steuererklärung angeführt, bei der nur ca. fünf bis sechs Prozent aller Befragten verstünden, was auf den Formularen stehe.
Absichtlich unverständlich?
Die Ergebnisse der Studie dürften auch für den Auftraggeber Ergo-Versicherung nicht besonders erfreulich gewesen sein. Schließlich vermuten mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer, dass gerade Versicherungen absichtlich unverständliche Formulierungen für die Produktinformationen verwenden würden. Torsten Oletzky, Ergo-Chef, argumentiert hingegen, dass auf Seiten des Versicherers kein Nutzen aus Unverständlichkeit bestünde.
