26.01.2012 09:54

Internetportal bewertet ab sofort IGel-Angebote

Viele Ärzte bieten ihren Patienten individuelle Gesundheitsergänzungsleistungen (IGel) an. Die Krankenkassen warnen jedoch vor solchen Angeboten, da der gesundheitliche Schaden meist höher ist als der Nutzen. Zu dem muss der Versicherte die Kosten dafür selbst tragen. Eine Internetplattform des GKV-Spitzenverbandes informiert die Patienten nun über diverse IGel-Angebote.



Generelle Kritik an IGel

Im Jahr summieren sich die Ausgaben der gesetzlich versicherten Patienten für solche IGel auf ca. 1,5 Milliarden Euro. Durch Patientenbefragungen wurde deutlich, dass etwa jeder Vierte vom Arzt eine Ige-Leistung angeboten bekommt. Dabei bemängeln die Versicherten vor allem eine unzureichende Aufklärung über die IGel durch den Arzt. Außerdem würde den Patienten keine ausreichende Bedenkzeit eingeräumt. Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, kritisiert besonders, dass viele Ergänzungsleistungen sogar bedenklich für die Gesundheit des Patienten seien. Um vorschnelle Zustimmungen der Versicherten zu vermeiden, fordert Pfeiffer, dass Patienten der Durchführung einer IGe-Leistung erst nach Ablauf von 24 Stunden zustimmen dürfen.

Aufklärung der Patienten durch IGel-Monitor

Das Internetportal IGel-Monitor des GKV-Spitzenverbandes soll den Patienten seit Mittwoch über diverse IGel-Angebote informieren. Hierbei wurden zunächst 24 der gängigsten IGe-Leistungen durch Experten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDS) bewertet. Die Bewertung weiterer IGel-Angebote soll nach und nach folgen. Die Einteilung durch den MDS besteht aus fünf Kategorien: Positiv, tendenziell positiv, unklar, tendenziell negativ und negativ. Der Bewertungsmaßstab ist dabei, ob bei der Zusatzleistung der medizinische Nutzen oder Schaden überwiegt.

Schaden und Nutzen der IGel

Von den 24 getesteten Gesundheitsleistungen wurden elf als negativ oder tendenziell negativ eingestuft. Dazu zählen z.B. der Ultraschall, um Gebärmutterhalskrebs frühzeitig festzustellen, und die Messung des Augeninnendrucks zur Früherkennung von Glaukom. Eine tendenziell positive Bewertung erhielten Akupunkturbehandlungen zur Migräneprophylaxe und die Lichttherapie bei sogenannter Winterdepression.

Seit Beginn diesen Jahres ist es den gesetzlichen Krankenkassen möglich, Zusatzleistungen in ihre Satzungen aufzunehmen, so dass die Versicherten diese kostenlos in Anspruch nehmen können. Zu diesen individuellen Ergänzungsleistungen gehören u.a. Untersuchungen zur Früherkennung und der Impfungen vor Fernreisen. Generell muss der gesetzlich Versicherte die Kosten für IGe-Leistungen jedoch aus eigener Tasche zu bezahlen.

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