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Abrechnungsmodelle

Im Gegensatz zu Kreditkarten im Ausland handelt es sich in Deutschland zumeist nicht um Kreditkarten im eigentlichen Sinne des Wortes. Der Benutzer zahlt die anfallenden Beträge hierzulande oft sofort oder monatlich, die Kreditfunktion ist also beschränkt.

Es gibt drei Arten von Kreditkarten, die sich in ihrem Zahlungsziel unterscheiden. Diese sind Charge-Cards, Credit-Cards und Debit-Cards.

Charge-Card
Bei der in Deutschland am häufigsten genutzten Kartenart, der Charge-Card, erhält der Kunde monatlich eine Abrechnung der angefallenen Kartenumsätze. Per Lastschriftverfahren wird der Rechnungsbetrag dann vom Girokonto abgebucht. Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass zwischen Zahlung und Abbuchung vom Konto ein Zeitraum von zinsfreien fünf Wochen liegen kann. Ein gewissenhafter Kunde kann außerdem mit Hilfe der gesammelten Belege seine Ausgaben mit der übersichtlichen monatlichen Abrechnung kontrollieren. Der Kontostand kann so im Voraus besser geplant werden. Die Monatszahlung muss immer als Ganzes erfolgen. Im Laufe des Monats kann es allerdings zu erhöhten Ausgaben kommen, da der Zahlungstermin bis zu 60 Tage verzögert ist und somit vorübergehend das Gefühl eines konsequenzlosen Einkaufs suggeriert wird.

Credit-Card
Die Credit-Card stellt frei, ob die Monatsrechnung sofort und vollständig oder aber in Raten abgezahlt wird. Entscheidet man sich für die Teilzahlung sind zunächst nur 5 bis 10 % des Rechnungsbetrages zu begleichen. Die Rückzahlungsmodalitäten bleiben also weitestgehend dem Kunden überlassen. Viele Kunden sehen die Credit-Card als letzte Möglichkeit, finanziellen Spielraum durch einen Kredit zu erlangen, wenn alle anderen Möglichkeiten bereits voll ausgeschöpft sind. Die Zinssätze sind aber in den meisten Fällen deutlich höher als für einen Dispositionskredit auf dem Girokonto oder für einen Ratenkredit. Außerdem entsteht ein Parallelkonto, was den Kontostand sehr undurchsichtig macht. Auch hier wird durch die verzögerte Zahlung die Wahrscheinlichkeit gesteigert, die Konsequenz des Einkaufs zu übersehen.

Debit-Card
Die dritte Art der Kreditkarte ist die Debit-Card. Hier werden sämtliche Zahlungen dem Girokonto sofort oder innerhalb weniger Tage zur Last gestellt. Dieses Verfahren funktioniert nicht anders als eine EC-Karte und ermöglicht so eine hohe Transparenz des Kontostandes. Sollte sich das Girokonto im Soll befinden, werden die Zahlungen umgehend mit dem Dispositionskredit verzinst. Im Vergleich zu den anderen beiden Kartenarten wird ein Potential für kostenlose Kredite nicht genutzt.

Es gibt auch einige Handelsunternehmen, die eine Kreditkarte in Form einer Kundenkarte ausgeben. Auch hier erfolgt, wie bei der Charge-Card, eine Zahlungsstundung. Diese ist aber ausschließlich auf Geschäftsstellen des herausgebenden Unternehmens beschränkt.

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