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Bankkundenkarte

Ein Girokonto geht immer mit einer Bankkundenkarte einher, die bestimmte Funktionen erfüllen kann. Mit ihr kann man über Bargeld an Geldautomaten verfügen, aber häufig auch am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen oder Bankterminals nutzen.

Beträge, die mit der Kundenkarte abgehoben oder bezahlt werden, finden sich anschließend als Belastung auf dem Girokonto wieder. Eine Sammlung der Beträge, mit der Folge, dass zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt abgebucht wird, findet also nicht statt.


Electronic Cash und Lastschriftverfahren
Für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland bietet die Kundenkarte generell zwei Verfahren an. Zunächst wäre das electronic cash zu erwähnen. Diese von der Kreditwirtschaft etablierte Variante garantiert dem Händler die Zahlung. Das ist auch der Grund, warum die Zahlung mit der Eingabe der Personal Identification Number (PIN) abgesichert werden muss. Anschließend wird eine Online-Abfrage an das jeweilige Kreditinstitut gesendet, das die Transaktion autorisieren muss.

Des Weiteren gibt es sogenannte Lastschriftverfahren des Handels. Diese gehen mit einer Unterschrift des Kontoinhabers beim Bezahlen einher. Bei dieser Variante wird eine kartengenerierte Lastschrift in einem automatisierten Verfahren erstellt. Das Konto wird anschließend mit dem zu bezahlenden Betrag belastet. Wie es bei gewöhnlichen Lastschriften durchaus möglich ist, kann auch eine automatisierte Lastschrift vom Kunden zurückgegeben werden. Eine Zahlungsgarantie ist damit also nicht gegeben.

Auch im Ausland lässt sich mit der Karte an Geldautomaten über Bargeld verfügen oder am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen. Häufig ist dies sogar günstiger als der Umtausch von Geld in die jeweilige Währung. Ob die Kundenkarte auch tatsächlich einsetzbar ist, lässt sich an dem Akzeptanzzeichen festmachen. Weist ein Geldautomat oder eine Kasse das gleiche auf der Karte vermerkte Logo auf, steht der Benutzung nichts im Wege. Häufig handelt es sich dabei um das Maestro-Logo, das in Europa, Kanada und den Vereinigten Staaten üblich ist. Die Gebühren, die bei Auslandstransaktionen zu Buche schlagen, sind aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank ersichtlich.

Im Allgemeinen hat die Bankkundenkarte ein individuelles Verfügungslimit, über das die Bank den Kunden informiert.

Der Einsatz der Karte erfordert zur Identifikation oft eine Personal Identification Number (PIN). Meistens besteht die persönliche Geheimzahl aus vier Ziffern. Üblicherweise wird diese getrennt von der Kundenkarte postalisch zugestellt. Da die PIN den Benutzer der Karte als Inhaber ausweist, besteht die Gefahr, dass auch Dritte mit Kenntnis der Nummer und gleichzeitigem Besitz der Karte über das Konto verfügen können. Es ist also ratsam, die Geheimzahl auswendig zu lernen und vor allem nicht in der Nähe der Karte zu verwahren. Man sollte die PIN auf keinen Fall unzerkleinert dem Altpapier zuführen, unverschlüsselt speichern beziehungsweise notieren oder gar auf der Karte vermerken.


Geldkartenfunktion
Die meisten Bankkundenkarten sind mit der Geldkartenfunktion ausgestattet. Der Chip auf solchen Karten speichert Kleinbeträge, mit denen ebenfalls bargeldlos gezahlt werden kann. Vor der Transaktion muss aber ein maximaler Betrag von 200 € aufgeladen werden. Dazu gibt es spezielle Ladegeräte, aber auch der Geldautomat bietet diesen Service an. Wird dann die Geldkartenfunktion in Anspruch genommen, zieht der Händler vom ursprünglich geladenen Betrag den jeweils fälligen ab. Eine PIN-Eingabe ist nicht erforderlich. Durchgesetzt hat sich diese Variante aber nur im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs und dem Bezahlen an Parkuhren.

Die Anzahl der Transaktionen der Geldkarte in Deutschland entwickelte sich folgendermaßen:

 

 

Transaktionen

Umsatz

durchschn. Umsatz

1996

274.366

3.875.063 €

14,12 €

1997

4.198.478

44.593.712 €

10,62 €

1998

13.612.491

89.283.537 €

6,56 €

1999

20.680.392

73.695.533 €

3,56 €

2000

26.630.029

72.820.843 €

2,73 €

2001

29.354.461

68.125.998 €

2,32 €

2002

35.854.461

77.064.794 €

2,15 €

2003

37.370.418

76.689.381 €

2,05 €

2004

38.308.279

82.598.249 €

2,16 €

2005

37.781.373

88.967.097 €

2,35 €

2006

42.275.171

104.429.957 €

2,47 €


Quelle: Bundesverband Deutscher Banken


Die Verbreitung der Bankkundenkarten in Deutschland stellt sich folgendermaßen dar:

 

 

1996

1997 

1998 

1999 

Kreditbanken
 

7,4 Mio. €

8,2 Mio. €

8,9 Mio. €

10,9 Mio. €

Sparkassen 
 

19,0 Mio.

19,6 Mio.

20,2 Mio.

21,1 Mio.

Kreditgenossen-schaften 

10,2 Mio.

10,7 Mio.

11,4 Mio.

11,9 Mio.

Landesbanken 
 

1,1 Mio.

1,1 Mio.

1,2 Mio.

1,5 Mio.

Summe
 

37,7 Mio.

39,6 Mio.

41,7 Mio.

54,4 Mio.

 

2000 

2001 

2002 

2003 

Kreditbanken
 

13,6 Mio.

13,6 Mio.

15,2 Mio.

15,6 Mio.

Sparkassen
 

21,5 Mio.

23,0 Mio.

35,8 Mio.

40,8 Mio.

Kreditgenossen-schaften

12,5 Mio.

14,2 Mio.

22,9 Mio.

23,7 Mio.

Landesbanken
 

1,6 Mio.

1,6 Mio.

2,2 Mio.

2,5 Mio.

Summe
 

49,2 Mio.

52,4 Mio.

76,1 Mio.

82,6 Mio.

 

2004

2005 

2006 

2007 

Kreditbanken
 

19,2 Mio.

18,7 Mio.

19,5 Mio.

20,7 Mio.

Sparkassen
 

43,0 Mio.

44,5 Mio.

44,0 Mio.

43,8 Mio.

Kreditgenossen-schaften

24,3 Mio.

24,5 Mio.

24,5 Mio.

25,0 Mio.

Landesbanken
 

2,6 Mio.

2,4 Mio.

2,5 Mio.

2,3 Mio.

Summe
 

89,1 Mio.

90,1 Mio.

90,5 Mio.

91,8 Mio.


Quelle: Bundesverband Deutscher Banken

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