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Befreiung von Zuzahlungen

Bedingungen für die Befreiung
Um von Zuzahlungen und Praxisgebühren befreit zu werden, muss der Versicherte nachweisen, dass seine bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geleisteten Zuzahlungen 2 % seines Jahresbruttoeinkommens überschreiten.

Zu diesem gehören jegliche Einnahmen einer in einem Haushalt lebenden Familie, also auch Rentenbezüge, Mieteinkünfte und Ähnliches. Auf Antrag bei der Krankenkasse erhält der Versicherte eine entsprechende Befreiung und kann eventuell zu viel gezahlte Beträge zurückerstattet bekommen.

Im Fall schwer chronisch Kranker gilt Entsprechendes für 1 % der jährlichen Bruttoeinnahmen. Unter Chronikern versteht man in diesem Fall Personen, die
 

  • als pflegebedürftig, Pflegestufe I oder II, oder schwer behindert (Behinderungsgrad 60 % oder mehr) gelten,
     
  • eine regelmäßige Versorgung durch einen Arzt, mit Medikamenten oder Ähnlichem benötigen, um ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensqualität nicht drastisch zu beeinträchtigen oder gar ihr Leben zu gefährden,
     
  • mindestens ein Jahr lang wenigstens einmal pro Quartal einen Arzt besuchen müssen.


Sind Angehörige des chronisch Kranken in der Familienversicherung mitversichert, gelten die obigen Vorgaben zur Befreiung auch für sie.


Freibeträge und Belastungsgrenze
Des Weiteren sind für die Zuzahlungsbefreiung auch bestimmte Freibeträge zu berücksichtigen. Diese lagen für 2008 bei 3.648 € je Kind und 4.473 € für den Ehepartner. Die Beträge werden von den Bruttojahreseinnahmen abgezogen, um die Belastungsgrenze zu berechnen. Ein Versicherter, der sich von der Zuzahlungspflicht befreien lassen möchte, muss in der Regel am Ende des Jahres die Belege über seine Einkommensverhältnisse und von ihm geleistete Zuzahlungen bei seiner Krankenkasse einreichen. Die Berechnung wird jedes Jahr erneut durchgeführt.

Im Falle von Leistungsempfängern, wie zum Beispiel Personen, die von Sozialhilfe leben, sieht die Regelung zur Zuzahlungsbefreiung folgendermaßen aus: Als Basis für die Berechnung der Belastungsgrenze wird der jeweilige Regelsatz derjenigen Person zu Grunde gelegt, die als Haushaltsvorstand gilt. Der Regelsatz wird dann für die gesamte sogenannte Bedarfsgemeinschaft angesetzt.


Beispiel zur Berechnung der Belastungsgrenze:
 

Jährliche Bruttoeinnahmen, die zum Lebensunterhalt einer Haushaltsgemeinschaft (Ehepaar mit 2 Kindern) beitragen

33.000€

Abzüglich Freibetrag für den Ehepartner

- 4.473€

Abzüglich Freibetrag für 2 Kinder (2 x 3.648 €)

- 7.296€

ergibt

21.231€

2 % dieses Ergebnisses = Belastungsgrenze

424,62€



Die Zuzahlungen dürfen somit diesen Betrag pro Jahr nicht übersteigen. Ist dies der Fall, kann der Versicherte sich auf Antrag die Kosten zurückerstatten beziehungsweise sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.

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