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Wechsel von der GKV in die private Krankenversicherung

Bei einem Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) empfiehlt es sich, im Vorfeld sehr umfassende Informationen zum Thema einzuholen, um möglichst genau über die Vorteile und Risiken eines solchen Wechsels informiert zu sein.

Da das System der PKV völlig anders funktioniert als das System der GKV, sollte man sich hierfür unter Umständen mehr Zeit nehmen, als für einen Wechsel innerhalb der GKV.


Unterschiede zur GKV
Für den Wechsel in die PKV müssen bestimmte Einkommensvoraussetzungen erfüllt werden. Das Bruttoeinkommen muss drei Jahre lang über der Versicherungspflichtgrenze liegen. Die Versicherungspflichtgrenze für 2008 lag bei 48.150 € jährlich beziehungsweise 4.012,50 € monatlich; für 2009 liegt sie bei 48.600 € jährlich beziehungsweise 4.050 € monatlich. Erst dann ist ein Wechsel möglich.

Kinder und Ehepartner sind nicht beitragsfrei mitversichert. Im Durchschnitt müssen pro Kind etwa 80 € an Zusatzkosten eingeplant werden.

Ferner spielen für die Beitragsbemessung auch Risikofaktoren eine Rolle. Die individuelle Gesundheitslage des Versicherten wirkt sich somit auf die Höhe seiner Beiträge aus. Um den Zustand des Versicherten zu ermitteln, darf der Versicherer in der PKV hierfür sowohl einen Gesundheitscheck durchführen lassen als auch den Antragssteller genau befragen. Die privaten Kassen können einen Antragsteller auch ohne weiteres ablehnen, wenn er beispielsweise Vorerkrankungen hatte. Bleibt der gesetzliche Krankenversicherungsschutz bestehen, kann dieser nur in Form von Zusatzversicherungen wie einer Zahnzusatzversicherung oder auch Brillenversicherung erweitert werden.

Ist ein Versicherter einmal in die PKV gewechselt, kann er oftmals nur schwer oder gar nicht mehr in die GKV zurückkehren.

Die Beiträge steigen in der PKV meist stärker als in der GKV und hängen vom individuellen Versicherungspaket und den gewählten Leistungen ab. Von typischen Vorteilen wie der Chefarztbehandlung oder dem Einzelbettzimmer im Krankenhaus kann man nur gegen höhere Beiträge profitieren.

Privat Versicherte haben einen erhöhten Aufwand in der Verwaltung ihrer Gesundheitskosten. Der Privatpatient muss Arztrechnungen zunächst selbst bezahlen und sie anschließend bei seiner Krankenversicherung einreichen, um die Kosten erstattet zu bekommen.


Die PKV ist für folgende Gruppen auf jeden Fall vorteilhaft:

Männliche, junge und gesunde Alleinstehende ohne Kinder, mit entsprechend hohem Einkommen. Für sie sind die Beiträge in der Regel recht niedrig; sie können folglich finanziell von der privaten Krankenversicherung profitieren. Sobald sich ihr Familienstand ändert, kann sich dies jedoch ebenfalls ändern.

Beamte, weil sie von ihrem Arbeitgeber einen erheblichen Beitragszuschuss zu den Behandlungskosten erhalten und somit nur einen Rest ihrer Gesundheitskosten über eine private Zusatzversicherung abdecken müssen. Über die Zuschüsse sind auch die Kinder beitragsfrei mitversichert. Für diese würde die gesetzliche Krankenversicherung daher einen finanziellen Verlust darstellen, da sie in diesem Fall die gesamten Kosten allein zu tragen hätten.

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