Zurück zum Rechner

Die Meldung der Berufsunfähigkeit

Zumeist trifft der Versicherte gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt die Entscheidung über eine Meldung zur Berufsunfähigkeit. Im Vorfeld ist es empfehlenswert, sich noch einmal die Inhalte des Versicherungsscheins und der Versicherungsbedingungen ins Gedächtnis zu rufen.

Darin sind die Pflichten des Versicherungsnehmers bei Eintritt des Versicherungsfalls genau beschrieben. Neben einem formellen Anschreiben an die Versicherung, das die Meldung der Berufsunfähigkeit und deren Ursache unter Angabe der Versicherungsscheinnummer enthält, sind ein ärztliches Gutachten und eine genaue Beschreibung des bisher ausgeübten Berufs gefordert. Darüber hinaus kann der Versicherer verlangen, dass die bereits beim Vertragsabschluss ausgestellte Schweigepflichtentbindung der involvierten Ärzte und Krankenkassen erneuert wird. Werden vom Versicherungsunternehmen tatsächlich Auskünfte über den Gesundheitszustand des Versicherten eingeholt, kann dieser Kopien aller gemachten Angaben fordern.

Beschreibung des Berufsbilds
Bei der Beschreibung der bisherigen Erwerbstätigkeit ist insbesondere Detailgenauigkeit und Ausführlichkeit gefragt. Im Idealfall sollte das Schriftstück den regulären Arbeitsalltag mit allen Kerntätigkeiten widerspiegeln. Diese bestehen aus denjenigen Aktivitäten, die den eigentlichen Nutzen des Berufs bestimmen. Wenn ihre Ausübung nicht mehr möglich ist, liegt eine Berufsunfähigkeit vor, auch wenn der Betroffene eventuell noch damit verbundene Nebentätigkeiten ausführen kann. Mit ihnen allein vermag er jedoch seine Arbeit nicht mehr ordnungsgemäß zu versehen. Beispielsweise ist ein Gärtner mit einem Rückenschaden zwar noch in der Lage, Saatgut zu bestellen und die Gießanlage zu betätigen, doch kann er weder schwere Erdsäcke tragen noch in gebückter Haltung die Pflanzungen vornehmen oder Unkraut jäten. Essentielle Kerntätigkeiten seiner Arbeit sind damit nicht mehr möglich und eine Berufsunfähigkeit ist sehr wahrscheinlich. Dieser Fall verdeutlicht, dass die einzelnen Aufgaben eines Berufs nicht nur genannt, sondern auch hinsichtlich ihrer Bedeutung und Häufigkeit gewichtet werden müssen. Ebenso wichtig gestaltet sich die Nennung der beruflichen Position innerhalb der hierarchischen Strukturen des Unternehmens, der übertragenen Verantwortlichkeiten und Kompetenzen. Nicht zuletzt muss auch das Einkommen sowie die durchschnittliche Arbeitszeit Erwähnung finden.

Das ärztliche Attest
Häufig scheitert die Bewilligung einer Berufsunfähigkeitsrente an einem zu allgemein gefassten Gutachten des Arztes. Geht dieser darin nicht konkret auf die Anforderungen des individuellen Berufsbilds ein, wird die Berufsunfähigkeit des Betroffenen möglicherweise nicht anerkannt. Darum ist es unbedingt notwendig, dem Mediziner vor den Untersuchungen die Anforderungen des eigenen Berufs ebenso detailliert darzulegen wie in dem Schriftstück für das Versicherungsunternehmen. Den behandelnden Hausarzt für das Gutachten zu konsultieren ist allgemein nicht empfehlenswert. Zum einen wird ihm durch den Versicherer oft eine Befangenheit zugunsten seines Patienten unterstellt und weniger Glauben geschenkt, zum anderen besitzt er meist nicht die fachliche Erfahrung für Berufsunfähigkeitsgutachten. Eine höhere Kompetenz und Glaubwürdigkeit hat in den meisten Fällen ein auf die Beschwerden spezialisierter Facharzt an einer Universitätsklinik.

Zurück zum Rechner

finanzcheck.de der kostenlose und offizielle Preis-Leistungs-Vergleich aller Testsieger.
Kfz-Versicherung, Private Krankenversicherung, Zahn-Zusatzversicherung, Rechtsschutzversicherung.
© 2010 - 2012 finanzcheck.de, Hamburg. Alle Inhalte unterliegen unserem Copyright.
Unternehmen | Service | Impressum | AGB | Datenschutz | Newsletter | News

Hotline
overlay