Finanzierungsnebenkosten außerhalb des Effektivzinses
Der Verbraucher sollte beachten, dass die Kreditinstitute trotz Einführung des effektiven Zinses bei den sonstigen Nebenkosten der Finanzierung die Möglichkeit haben, die Transparenz ein wenig zu reduzieren.
Der potentielle Darlehensnehmer sollte also folgende Kosten berücksichtigen:
Bauzeit- / Bereitstellungszinsen
Oft wird das Darlehen beim Bau eines Hauses in mehreren Raten ausgezahlt. Hat die Kreditanstalt vorher schon einen Zinssatz für den Bauherrn festgelegt, kann sie sogenannte Bauzeitzinsen für die Anteile verlangen, die noch nicht ausgezahlt sind. Bereitstellungszinsen fallen an, wenn beim Kauf Verzögerungen zum Beispiel durch den Notar oder Architekten entstehen. Kann der Bauherr die Erhebung von Bauzeit- und Bereitstellungszinsen nicht verhindern, sollte er mindestens die Frist verlängern, ab der die Zinsen gezahlt werden müssen. So kann der Bauwillige einige Tausend Euro sparen. Ist auch dies nicht möglich, sollte der Darlehensnehmer vor Ende der Frist den kompletten Darlehensbetrag abrufen und auf ein Tagesgeldkonto transferieren, siehe Tagesgeld. Dort bekommt er einen recht hohen Guthabenzins.
Wertschätzungsgebühren / Schätzkosten
Der Kreditgeber verlangt in jedem Fall Wertschätzungsgebühren für die Ermittlung des Beleihungswertes. Dafür verlangt der Darlehensgeber 0,2 bis 1 % des Darlehensbetrags. Der Verbraucher sollte beachten, dass er vor allem bei institutsinternen Sachbearbeitern die Schätzkosten durch Verhandeln erheblich senken kann.
Teilauszahlungszuschläge
Einige Kreditinstitute verlangen bei Auszahlung von mehreren Teilbeträgen des Darlehens Gebühren in Form von Zinsen. Oftmals betragen sie 1 bis 1,5 % der Teilbeträge bis zur vollständigen Auszahlung, teilweise zusätzlich zu Bauzeitzinsen. Da dies wirtschaftlich nicht zu begründen ist, sollte der Darlehensnehmer diese Gebühren nicht akzeptieren und gegebenenfalls den Anbieter wechseln.
Kontoführungsgebühren
Der Kreditnehmer bekommt immer ein Kreditkonto, wenn er ein Darlehen aufnehmen möchte. Dafür verlangen die Institute Kontoführungsgebühren, die man bei verschiedenen Anbietern vergleichen sollte.
